USA: Rechtsextreme missbrauchen Hunde als Waffen

CANIS berichtete bereits mehrfach über „Bane“ und „Hera“, jene beiden Presa Canario-Mastiff-Mischlinge, die im Januar 2001 in San Francisco eine 33jährige Frau so schwer verletzt hatten, daß sie starb. Züchter und Herren dieser Hunde waren rechtskräftig verurteilte Rechtsextremisten. Das Anwaltspaar, das die Tiere für die Inhaftierten in Gewahrsam genommen hatte, beteuerte stets seine Unschuld an diesem blutigen Vorfall. Nun kam es zu einer spektakulären Wende im größten „Kampfhunde-Prozeß“ der Geschichte der Vereinigten Staaten. Wie am 24.Februar 2002 bekannt wurde, weisen Indizien darauf hin, daß das Rechtsanwaltspaar Marjorie Knoller und Robert Noel selbst Mitglied in der rassistischen Aryan Brotherhood ist – und daß der Beißunfall möglicherweise ein Mord war. Dieser „Arische Bruderschaft“ werden enge Kontakte zur ebenfalls einschlägig bekannten Religionsgemeinschaft Aryan Church nachgesagt. Beide Organisation stehen im dringenden Verdacht, sowohl hinter dem Bombenattentat auf das FBI-Gebäude in Oklahoma City* zu stehen wie auch hinter den Unruhen während der Welthandelskonferenz in Seattle. Fahnder ermitteln auch in Richtung der Verschickung von „Milzbrandbriefen“ nach dem 11.September des Vorjahres.

Staatsanwalt James Hammer erklärte während der laufenden Verhandlung gegen Knoller/Noel vor dem Gericht in Los Angeles, daß ein regelmäßiger Schriftwechsel des Paares mit ihrem lebenslänglich inhaftierten „Sohn“ Paul Schneider (er wurde von den beiden drei Tage nach dem Tod der jungen Frau adoptiert, um ihm die „notwendige Stabilität“ zu geben) klarlege, welch Geistes Kind sie wären. Noel soll seine Nachbarin Diane Whipple, das spätere Opfer, als „zimperliche und schwächliche Blondine“ bezeichnet haben, die „unserer Rasse nicht würdig ist“. Oft ärgerte er sich über die Beschwerden der 33jährigen bezüglich der Hunde. Außerdem hätten Knoller/Noel der Arischen Bruderschaft es ermöglicht, vom Gefängnis aus eine Webseite mit dem Titel „Dogs of War“ zu entwickeln. Sie diente der Zucht von „Kampfhunden“, die auf „Nicht-Arier“ gehetzt werden sollten. War die Hundeattacke auf Mrs. Whipple demnach geplant? Man darf auf den weiteren Prozeßverlauf gespannt sein.

Zusätzlich belastend wirkte die Aussage der Landwirtin Janet Coumbs, die als „Hundesitterin“ einige Zeit auf „Bane“ und „Hera“ aufgepaßt hatte. Wiederholt will sie Knoller/Noel auf die außerordentliche Gefährlichkeit der beiden Tiere hingewiesen haben. Anfangs ignorierten die Anwälte ihre Warnungen einfach. Dann meldete sich sogar Paul Schneider, der Mrs. Coumbs bezichtigte, aus seinen Hunden „Weichlinge“ zu machen. Er betonte, aus Geldzwecken „Kampfhunde“ züchten zu wollen. Knoller/Noel sollen der arglosen Frau danach gedroht haben, ihr durch juristische Prozesse die Lebensgrundlage abzuschneiden, sollte sie beabsichtigen, dem Plan Schneiders in die Quere zu kommen.

Ein FBI-Veteran erklärte schockiert: „Der Haß und die Verachtung, die Menschen wie Paul Schneider und die Angeklagten Knoller und Noel ausstrahlen, sind beängstigend. Man darf diese Verbrecher, ihre Taten und das, was sich dahinter verbirgt, nicht unterschätzen.“

© Mag. Alexander Willer, Tierrechtsverein CANIS, www.canis.info

Frei nach: http://www.BerlinOnline.de/aktuelles/berliner_zeitung/seite_3/.html/121082.html

* Bei dem Anschlag am 19.April 1995 mußten 168 Menschen ihr Leben lassen.

 

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