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Hundemord
in Wien: Der Fall Mona
Der TathergangAm
7.März 2001 ging die 28jährige Michaela L. mit ihrem vier Monate alten Säugling
im Maurer Wald in Wien spazieren; mit dabei war auch Schäferhündin
Mona. Alles schien wie gewohnt seinen harmonischen Lauf zu nehmen,
als gegen 11.30 DI Walter P. den Weg kreuzte; ein passionierter Jäger,
der mit seinem Gebirgsschweißhund unterwegs war. Herr P. herrschte
Michaela an, Mona an die Leine zu nehmen. Michaela verweigerte dies
mit der Begründung, ihr Hund trage ohnehin einen Maulkorb. Daraufhin zückte
der aufgebrachte Weidmann ein Jagdmesser und stach viermal auf die Schäferhündin
ein, die sich gerade daranmachen wollte, seinen Hund zu beschnuppern.
Mona torkelte noch fünf Meter weiter, ehe sie zusammenbrach. Zehn
Minuten lag die Hündin röchelnd da, ehe sie verstarb. Die sofort
alarmierte Tierrettung konnte keine Hilfe mehr leisten. Das NachspielHerr
P. verteidigte seine Handlungsweise damit, daß er seinen Hund vor
Mona beschützen wollte und sich auch selbst bedroht gefühlt hatte.
Weit glaubhafter scheint, daß die Tötung der Schäferhündin geplant
also Mord war. Michaela berichtete, den Jäger schon aus 70 Meter
Entfernung wartend gesehen zu haben. Herr P. war demnach auf der Pirsch
nach Mona, was auch durch das Faktum belegt wird, daß er ein
Jagdmesser mit sich führte, was wohl bei einem gewöhnlichen Spaziergang
mehr als ungewöhnlich wäre. Gegen die Aggressionsvariante seitens der Hündin
spricht auch die Tatsache, daß Mona als äußerst verträglich
bekannt war und zudem an Altersschwäche und einem chronischen Hüftleiden
litt. Sowohl Michaela als auch Herr P. haben ihre Anwälte eingeschaltet.
Von Rechts wegen gelten Hunde sprich Tiere - zwar nicht mehr als
Sache, werden aber gemäß Sachen beurteilt. Sollte Herr P. für
schuldig befunden werden, droht ihm eine geringe Strafe wegen Sachbeschädigung
und selbst diese erscheint aufgrund des schwachen Tierschutzgesetzes
als unwahrscheinlich. Michaela machte sich keiner Vergehen schuldig. In
Wien gilt auf öffentlichen Plätzen die Vorschrift Maulkorb oder Leine.
Mona trug einen Maulkorb. Was bringt die Zukunft?Am 31.März fand nahe der architektonisch weltberühmten Wotruba-Kirche in Wien XXIII eine Trauerfeier für Mona statt; ein Gedenkstein ist geplant. Seitens der Rechtslage sind wenig positive Neuerungen in Sachen Hunde zu erwarten. Angestachelt durch deutsche Schnellschußverordnungen spricht der Entwurf zur Novelle des Wiener Tierhalte- und Tierschutzgesetzes von einem Maulkorb- und Leinenzwang für alle Hunde über 20 Zentimeter Schulterhöhe und 10 Kilogramm Körpergewicht. Auch Rassenverbote werden wieder angedacht. Vielleicht steckt in der Tragödie um Mona auch ein Kern der Hoffnung. Gerade jetzt könnte der Mord an ihr als Präzedenzfall dienen, als Negativbeispiel, wozu Hundehysterie führt! |
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