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Russland: Älteste Reste domestizierter Hunde freigelegt Einem Team russischer Wissenschafter zufolge wurden die Schädel zweier Hunde aus der Steinzeit gefunden. Man kann davon ausgehen, daß es sich um die bisher ältesten Hundefunde handelt. Das Hunde-Duo, das vor annähernd 14.000 Jahren lebte, repräsentiert den ersten Schritt von den wilden Wolfsahnen zur Domestikation. Wie die Presseagentur Informnauka bekanntgab, haben Mikhail Sablin (Wissenschafter am Zoologischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg) und sein Kollege Gennady Khlopachev die Knochenfunde bei Eliseeevichi I, in der Bryansk Region der russischen Zentralebene gefunden. Nach Analyse der Schädel kamen sie zu folgendem Schluß: Wir nehmen an, daß die Hunde wie die heutigen Tibetanischen Mastiffs oder die zum Schafschutz eingesetzten kaukasischen Hunde ausgesehen haben., sagte Sablin gegenüber Discovery News. Ihr Gaumen war viel weiter, ihr Rostrum viel kürzer als bei Sibirischen Huskies oder Dänischen Doggen. Der rekonstruierte Widerrist misst 70 cm. Daher müssen die Hunde einer sehr schweren Jagd- oder Herdenschutzhunderasse angehört haben. Sablin wie sein Kollege Khlopachev glauben, daß Menschen die Hunde aus örtlichen nördlichen Wölfen domestiziert hatten. Obwohl sie groß und stark gebaut waren, wiesen die Steinzeithunde relativ kurze Schnauzen auf, was sie von ihren wilden wölfischen Ahnen unterschied. Im Erwachsenenalter verschwanden die Hunde. Sehr wahrscheinlich ist, daß man sich ihrer nicht als besten Freund, sondern als bestes Essen erinnerte. Einer der Schädel weist ein Loch auf, durch das Menschen wahrscheinlich das Gehirn zu Speisezwecken entfernten. Noch in späteren Perioden war dies allgemein verbreitet. Die Hundeschädel wurden in der Nähe der Knochen von Mammut, Arktischer Fuchs und Rentier gefunden. Möglicherweise endeten auch diese Tiere als Fleisch für Steinzeitmenschen. Nach Angaben der beiden Forscher dienten die Hunde zu Lebzeiten entweder als Jagd- oder Herdenschutzhunde. Sablin erklärt, daß manche Menschen bereits teilweise begonnen hatten, Arbeitsteilung, Handel sowie rituelle soziale Aktivitäten zu kontrollieren. Die daraus entstehende ungleichmäßige Verteilung der Ressourcen führte zu Hierarchien. Personen mit Ansehen und Macht legten sich als Statussymbole der Steinzeit Hunde zu. Der Forscher führt aus: In diesem Kontext kann angenommen werden, daß große wolfsähnliche Hunde nicht nur zum Schutz vor Predatoren verwendet wurden, sondern daß ihre bloße Anwesenheit in bestimmten Orten den hohen sozialen Rang der Bewohner angezeigt hatte. Susan Crockford, Archäozoologin bei Pacific Identifications, Inc., einer Firma, die sich auf die Identifikation von Vögeln und anderen Tieren bei archäologischen Überresten spezialisiert hat, stimmt zu, daß die russischen Hundefunde sicher die ältesten komplett erhaltenen Schädel aus dieser frühen Periode sind. Weiter: Die Beweise liegen gut, daß es sich tatsächlich um domestizierte Hunde gehandelt hat. Etwas jüngerem Datums sind die Hundereste, welche in Israel, Deutschland und der Tschechischen Republik gefunden worden sind, fügt Crockford hinzu. Ihre Conclusio: Ich glaube, die Hunde von Eliseevichi I erinnern uns daran, daß es mehr als ein Domestikationszentrum gegeben haben muß. Und daß diese Zentren nicht nur im Mittleren Osten lagen, wie lange geglaubt worden ist. Q:
http://animal.discovery.com/news/briefs/20...5/earlydog.html
© Dt. Übersetzung : Tierrechtsverein CANIS, www.canis.info. (27.05.03)
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