PROJEKT "DOGMAP": HUND VOM REIßBRETT ?

 „Genetische Landkarte" für den Hund

Die Entschlüsselung der menschlichen Erbsubstanz, hat schon längst begonnen. Man denke nur an das Projekt HUGO (Human Genome Organisation), bei dem eine "Landkarte" aller menschlichen Gene im Februar 2001 fertiggestellt worden war. Das im Sommer 1998 begonnene internationale Projekt "Dogmap" will dasselbe Vorhaben auf den Hund umlegen. Und auch an der US-Universität Berkeley wird das Hundegenom studiert. Als vorrangiges Ziel scheint die Bekämpfung von Erbkrankheiten. Doch hinter vorgehaltener Hand steht bereits der Hund nach Maß zur Diskussion. Hunde, die nicht bellen. Hunde, die nicht markieren. Ein Hund, ganz den menschlichen Großstadtbedürfnissen angepaßt. So könnte die grausige Zukunft unseres treuesten Begleiters aussehen. Hunde als Karikatur ihrer selbst, die willenlos und wesensentleert ihren Weibchen oder Herrchen hinterherjappeln.

Das „Treue-Gen"

Am Krebsforschungszentrum in Ithaca, USA, will der Forscher Wolf Lupino (Nomen est omen!) bei Caniden (=Hundeartigen) das sogenannte „Treue-Gen" entdeckt haben. Dieses Gen sei beim Wolf schon sehr groß, wäre aber durch eine Eiweißhülle "maskiert", sprich geblockt. Haushunden soll diese Proteinhülle fehlen, was sie zur Treue prädestiniert. Bei manchen Hunderassen wäre das „Treue-Gen" klein und inaktiv, beim Deutschen Schäferhund hingegen besonders groß. Ob hier Klischees als Wissenschaft verpackt werden oder ob es sich um Fakten handelt, läßt sich derzeit noch schwer abschätzen. Fest steht, daß Wolf Lupino bereits über Nutzungsrechte für seine Entdeckung verhandelt. Interesse daran bekundete auch Prof. Richard Seed, der schon durch sein Vorhaben, Menschen klonen zu wollen für Schlagzeilen sorgte. Damit wird am Hund der vorrangig materielle Aspekt der genetischen Forschung deutlich sichtbar.

Hundegenetik

Genetik: Lehre über das Erbgut von Lebewesen (hingegen: Gentechnik: Wissenschaft, die sich mit der künstlichen Veränderung des Erbgutes beschäftigt)

Hunde besitzen etwa 100.000 Gene (= Erbeinheiten), die auf länglichen, aus Aminosäuren bestehenden, Strängen sitzen, den Chromosomen. Der Hund verfügt über zwei gleiche Garnituren von je 39 Chromosomen. Eine Garnitur wurde vom Vater vererbt,  eine von der Mutter. D.h., jeder Hund, der sich fortpflanzt, gibt selbst wieder eine Garnitur von 39 Chromosomen weiter. Die Gene sitzen auf bestimmten Abschnitten (= Loci) des Chromosoms. Die am selben Genlocus befindlichen beiden Einzelgene ( =Allele) sind zwar identisch, können aber unterschiedlich wirken. Das heißt, ein Allel ist inaktiv ( = rezessiv), das andere aktiv ( = dominant). In diesem Fall spricht man von mischerbig oder heterozygot. Sind beide Allele in ihrer Wirkung gleich, spricht man von reinerbig oder homozygot. Prinzipiell setzt sich das dominante Erbmerkmal durch. Eine Vererbung rezessiver Merkmale (wie zum Beispiel Langhaar bei Hunden) geschieht nur, wenn beide Allele rezessiv sind. Unter Phänotyp eines Hundes versteht man sein letztendliches äußeres Aussehen. Der Genotyp stellt die durch durch das Allelepaar bestimmte Ausgangssituation dar.

Erklärung zweier im Text vorkommender Begriffe: Genom: Gesamtheit aller Erbanlagen eines Lebewesens, Klone: genetisch völlig identische Lebewesen.

 

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