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Nach den Grünen
und Freiheitlichen haben nun auch die Sozialdemokraten auf den von CANIS/IBT/UC gemeinsam formulierten Fragenkatalog zur NR-Wahl geantwortet.
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Fragen zum 24.November
1.
Werden Sie, bzw. wird ihre Partei die Schaffung eines
Bundestierschutzgesetzes (Entwurf von DDr. Regina Binder) unterstützen?
Die SPÖ hat
sich von Beginn der Diskussion über das Tierschutzvolksbegehren an
bis heute für ein Bundestierschutzgesetz ausgesprochen und auch den
ersten Entwurf (Antrag 68/A) dafür eingebracht. Jeder Vorschlag
wird daher unsere Unterstützung finden, der den Zielsetzungen des
Tierschutzvolksbegehrens gerecht wird. Weiters müssen inhaltlich alle
Tierschutzorganisationen konsultiert werden. Dies haben auch unsere
Vertreter im Parlament mehrfach betont.
2. Wird ein Bundestierschutzgesetz Bedingung für eine künftige Koalition
sein? Wird es Eingang in das Koalitionsabkommen finden, falls Ihre Partei
an einer künftigen Regierung beteiligt ist?
Selbstverständlich
tritt die SPÖ vehement für die Schaffung eines Bundestierschutzgesetzes
ein. Erst am Sonntag den 17.11. hat Bundesparteivorsitzender Dr. Alfred
Gusenbauer in einer Presseaussendung garantiert, er "werde alles
tun, damit es in Österreich endlich zu einem bundeseinheitlichen
Tierschutzgesetz kommt". Für die Änderung der Bundesverfassung
ist allerdings die Zustimmung der ÖVP notwendig - sowohl im National- als
auch im Bundesrat -, um die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit zu
erreichen.
3. Werden Sie, bzw. wird Ihre Partei in der nächsten Legislaturperiode für
die Einrichtung einer Tieranwaltschaft - analog zur Umweltanwaltschaft -
in Österreich eintreten?
Ja, bereits in
unserem ersten Entwurf für ein Bundestierschutzgesetz ist sowohl die
Tieranwaltschaft als auch ein Tierschutzbeirat vorgesehen.
4. Werden Sie, bzw. wird Ihre Partei für die Einführung der
Verbandsklage für Tierschutzverbände eintreten?
gemeinsam mit
Frage 5 beantwortet: Ja, es muss möglich sein, dass auch Verbandsklagen
von Tierschutzorganisationen eingebracht werden können, zumal wir
von einem verantwortungsvollem Umgang mit diesem Instrument durch die
Tierschutzvereine ausgehen.
5. Sehen Sie in diesem Zusammenhang eine rechtliche Schieflage, daß zwar
Tiereigentümer im Eigeninteresse gegen staatliche Entscheidungen
Rechtsmittel erheben können, während das gleiche Recht bisher dem
organisierten Tierschutz versagt geblieben ist, weil Tiere keine
gesetzlich anerkannten Vertreter hatten, die ihre Interessen treuhänderisch
wahrnehmen?
siehe Frage 4
6. Werden Sie, bzw. wird Ihre Partei die Aufnahme des Tierschutzes in die
österreichische Bundesverfassung unterstützen?
Unsere
Kernforderung ist die Schaffung eines Bundestierschutzgesetzes mit der
Umsetzung strenger und moderner Tierschutzstandards. Allein die Tatsache,
den Tierschutz in den Verfassungsrang zu erheben, ändert nichts an den
vielfach ungenügenden Tierschutzstandards an sich und an den
Detailregelungen der Landestierschutzgesetzes. Erst wenn wir strenge und
moderne Normen gesetzlich festgeschrieben haben, welche österreichweit
Geltung haben, können wir etwaigen weiteren Schritten, etwa diese in den
Verfassungsrang zu erheben, durchaus näher treten.
7.
Welche Initiativen werden Sie ergreifen, daß Tiere künftig nicht mehr
als Sachen qualifiziert werden?
Während
konservative Kreise Tiere tendenziell als Produktionsmittel bzw.
subventionierte Handelsobjekte sehen, ist die Haltung der SPÖ gegenüber
Tieren vor allem auch von ethischen und moralischen Grundsätzen geprägt.
Weiters ist bereits im § 285a des ABGB festgehalten: "Tiere sind
keine Sachen..." (Bundesgesetz vom 10. März 1988).
8. Werden Sie auf europäischer Ebene dafür eintreten, den Tierschutz als
eigenständiges Gemeinschaftsziel in den EU-Vertrag aufzunehmen?
Eine solche
Zielsetzung ist durchaus begrüßenswert. Wir erhoffen uns dadurch eine stärkere
Gewichtung der EU-Politik in Richtung einer ethisch-moralischen Ansicht.
Diese Zielsetzung wäre eine Hilfe gegen die industrielle
Massentierhaltung und für mehr Tier- und auch Verbraucherschutz.
9. Werden Sie im Rahmen der Überarbeitung der EU-Transport-Richtlinie
95/29/EC für ein uneingeschränktes 8-Stunden-Transportlimit für
"Schlacht- und Mastvieh" eintreten?
Die SPÖ ist
grundsätzlich dagegen, dass Schlachtvieh lebend quer durch Europa gekarrt
wird. Es sind daher nur die strengsten Regeln einzufordern. Solange
allerdings der Tiertransport außerdem noch subventioniert wird, wird es
keine zufriedenstellende Regelung geben. Unser MEP Herbert Bösch
hat deshalb vor wenigen Tagen alle EU-Agrar- und Finanzminister
aufgefordert, die im EU-Parlament am 24.10.2002 beschlossene Halbierung
der Exporterstattungen für Lebendtiertransporte im Budget 2003 auf
Ratsebene zu unterstützen und langfristig für eine völlige Streichung
der Exporterstattungen einzutreten.
10. Werden Sie für die Streichung der Exportsubventionen für
"Lebendvieh" eintreten, um die tierquälerischen Tiertransporte
zu stoppen?
siehe Frage 9.
11. Werden Sie Vorschläge einer Neuordnung des europäischen Agrarsystems
unterstützen, die eine Entkoppelung der Direktzahlungen von der
Tieranzahl und der Produktionsfläche vorsehen?
Selbstverständlich,
in diesem Zusammenhang möchte die SPÖ auch auf ihr
Landwirtschaftsprogramm "Die Landwirtschaft geht uns alle an":
http://www.spoe.at/news/download/positionen/Landwirtschaftsprogramm0601.pdf
verweisen. Darüber hinaus hat sich unser SPÖ-Klubobmann Josef Cap
deutlich für eine grundsätzliche Reform der Agrarpolitik und auch für
die langfristige Abschaffung der Direktzahlungen ausgesprochen (PK vom
10.10.2002).
12. Halten Sie ein Bonussystem für tierschutzgerechte und umweltgerechte
Landwirtschaft für sinnvoll?
Tierschutz- und
umweltgerechte Regelungen sollten für alle in der Landwirtschaft Tätigen
Standard und nicht Ausnahme sein, die Speerspitze dafür ist der
Biolandbau. Daher fordern wir eine Biooffensive für die Landwirtschaft in
Österreich.
13. Werden Sie Auffangstationen für gestrandete Tiere gesetzlich
verankern und für deren Finanzierung öffentliche Mittel einplanen?
Das Bundesland
Wien hat beispielsweise bereits über eine entsprechende Aufwandsentschädigung
mit dem Wiener Tierschutzverein verhandelt. Wien hat damit gezeigt, daß
der gesetzliche Auftrag nicht einfach an private Vereinigungen abgeschoben
wird, sondern auch finanziell abgegolten werden muss. Dieses Vorgehen könnte
durchaus Vorbildwirkung für alle Bundesländer haben.
Anm. CANIS: Die Fragen wurden von Mag. Ulrike Sima, Umweltsprecherin der
SPÖ im Nationalrat, beantwortet.
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