Tierseuchen


Bischof macht Fluch für Maul-und-Klauen-Seuche mitverantwortlich

Anstatt endlich von den Kanzeln zu schmettern, daß Tierausbeutung an sich ein Fluch ist, ergeht sich Englands Klerus nun in einer Debatte, ob ein vor Jahrhunderten verfluchter Stein für den starken Ausbruch der Maul-und-Klauen-Seuche (MKS) zumindest mitverantwortlich wäre. Der Bischof des nordenglischen Carlisle, Reverend Graham Dow, erklärte gegenüber der britischen Presse, er glaube,

daß ein im16.Jahrhundert verfluchter Stein „spirituelle Gewalt“ ausübe. Der Bischof der Anglikanischen Kirche – übrigens ein Freund von Premierminister Tony Blair – sagte ferner: „Wir können das nicht als einen Scherz abtun. Die Leute haben zwar abweichende Auffassungen über spirituelle Kraft, aber ich bin überzeugt, daß sie eine reale Kraft darstellt.

Der Stein des Anstoßes ist eine acht Fuß große Granitkugel, in die eine Fluchformel gemeißelt worden war. Ausgesprochen wurde die Verwünschung vor 500 Jahren vom damaligen Erzbischof von Glasgow, Gavin Dunbar, gegenüber englischen bzw. schottischen Räuberbanden, welche die Grenzprovinzen beider Länder plünderten und das Vieh stahlen. Priester aller Gemeinden in Cumbria, Northumberland, Dumfries und Galloway hatten den Fluch von ihren Kanzeln zu verlesen. Unter anderem beinhaltet er die Formel: „... Ich verfluche ihren Mund ... ich verfluche ihre Füße ...

Kevin Davies, Vikar von Scotby und Cothill, macht diese Worte für den besonders schweren Ausbruch von MKS im Jahr 2001 verantwortlich. Er fordert, daß der Stein zerschmettert werden muß. Sein Bischof erachtet dies als nicht notwendig, lud aber den kommenden Erzbischof  von Glasgow (der vorherige verstarb jüngst) dazu ein, den Fluch seines Amtsvorgängers aus dem 16.Jahrhundert aufzuheben.

Frei übersetzt nach „The Sunday Telegraph“, 4.November 2001; Seite 9

© Tierrechtsverein CANIS

   

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