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Vegetarismus |
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Sprießt
es vegetarisch in Green Bay? Immer mehr Restaurants aus dieser Großregion bieten fleischlose Gerichte an
In
einer Stadt, wo sogar das Profi-Football-Team nach einer Fleischpackerfirma
benannt ist, kommt die Entscheidung, Vegetarier zu sein, einer beängstigenden
Aufgabe gleich. Aber das Vegetarierwerden in der Stadt der vielen
Football-Titel wird jetzt einfacher, da immer mehr Restaurants und Läden
Angebote machen, in die auch der letzte Fleischesser seine Zähne senken
kann. Es gibt jetzt viel mehr Möglichkeiten, interessante vegetarische
Speisen zu essen, sagt Joanne Gardner, eine eingetragene Ernährungswissenschafterin,
die mit dem medizinischen Zentrum des St. Marys Spitals zusammenarbeitet.
Das macht es einfacher, Vegetarier zu werden als etwa noch vor fünf Jahren. Fast
überall sind jetzt mindestens zwei Sachen für Vegetarier im Angebot,
erklärt Linda Bengtson, Besitzerin des KaVarna, 112 S. Broadway;
einem Kaffeehaus, das nur vegetarische Verpflegung anbietet. Im Bangkok
Garden, 240 N. Broadway, kann alles auf der Karte vegetarisch
zubereitet werden. Eigentümerin Pachia Stange verfaßte die Speisekarte so,
daß in ihrem Thai-Restaurant sowohl Fleisch- als auch Nicht-Fleischesser
bedient werden können. Eine neue Karte im Oxfords, 217 N. Washington St., verwendet eine Karotte in V-Form, um mehr Wahlmöglichkeiten für vegetarische Gerichte anzuzeigen. In den vier Jahren seit dem ich im Restaurantgewerbe tätig bin, scheint sich eine größere Notwendigkeit für vegetarische Sachen entwickelt zu haben, sagt der Besitzer des Oxfords, Zaid Jazrawi. Wenn Sie auf unsere Karte schauen, finden Sie 50 verschiedene Speisen. Es ist gut, dabei sechs bis sieben vegetarische anzubieten. Und da die Angebote der Speisekarte des Oxfords ständig zunehmen, nimmt Jazeawi an, daß auch die vegetarischen Wahlmöglichkeiten mitsteigen werden. Ich glaube, das ist sicherlich ein positives Wachstum. Warum soll man nicht Fleisch- und Nicht-Fleischesser gleichermaßen anlocken?
Sogar
traditionelle Fleisch-und-Kartoffel-Restaurants bieten Wahlmöglichkeiten
bezüglich der sporadisch vorgetragenen vegetarischen Wünsche an.
Von Zeit zu Zeit erhalten wir
solche Bestellungen. Es sind nicht viele, sagt Jim McDonough, General
Manager des Rivers Bend, einem Supper Club in Howard. Wir haben aber immer etwas parat, um diese Wünsche zu erfüllen. Auch
die Nahrungsmittelläden stellen sich vermehrt auf Vegetarier und Kunden,
die gesünder leben wollen, ein. In
den meisten Mainstream-Läden verzeichnen biologische und vegetarische
Produkte die höchsten Zuwachsraten, erklärt Jesse Siebold, Manager für
natürliche Produkte im Woodmans Food Market, 2400 Dousman St., in
Howard. Einst war es elitär, nun
interessieren sich mehr und mehr Leute, merkt er an. Kann
daraus gefolgert werden, daß im Großraum Green Bay immer mehr Menschen
immer weniger Fleisch essen? Das ist schwer zu beantworten. Biologische
Nahrungsmittel stecken noch in ihren Kinderschuhen, sagt Siebold.
Denn ihm zufolge bleibt die Region Green Bay Woodmans zweitschlechtester
Markt für biologische Produkte. Trotzdem ist der Sektor biologische
Nahrung, der einige vegetarische Optionen beinhaltet, im Wachsen
begriffen. Da die Leute gesundheitsbewußter werden, werden sie auch
geneigter, weniger herkömmliche Speisen zu probieren, die ihnen
(vielleicht) besser bekommen. Grundsätzlich stellt Siebold zwei Kundentypen fest: Jene, die rein-biologische Produkte kaufen und sehr oft Vegetarier sind; und jene, die mit einigen Bio-Produkten experimentieren wollen. Es kommen nicht viele vorbei, um nur biologisch oder vegetarisch zu kaufen, sagt er. Meiner Meinung nach ist das hier ein Platz, wo die Leute traditionelles Bier und traditionelle Bratküche wollen.
Auch
von Bengtsons regelmäßigen Kunden sind nur zu zehn Prozent echte Vegetarier.
Aber sie sieht einen kontinuierlichen Trend hin zu gesünderer Nahrung, was
für einige fleischlose (Nahrung) bedeutet. Bengtson weist auch auf andere
Faktoren in der Gemeinde hin, die in diese Richtung gehen. Seit
der Fox River Trail gebaut worden ist, wurde Green Bay wirklich zu einem gesünderen
Ort. Es
bleibt dennoch weiter schwer zu beantworten, wie viele Vegetarier in Brown
County, Wisconsin, geschweige denn in den (ganzen) Vereinigten Staaten
leben. Nach einem im Juli im TIME erschienenen Artikel [CANIS
berichtete], sehen sich etwa zehn Millionen Amerikaner als praktizierende
Vegetarier. Zusätzliche zwanzig Millionen haben irgendwann einmal mit der
Idee gespielt, sich fleischlos zu ernähren. Das Nachrichtenmagazin basierte
seine Zahlen auf einer Befragung von 10.000 Erwachsenen. Als
Bengtson vor drei Jahren beschlossen hatte, in Green Bay ein Restaurant zu
eröffnen, konzentrierte sie sich auf ein Kaffeehaus. Sie trägt wenig dazu
bei, es als vegetarisch zu bewerben. (...) Sogar für Bengtson stellte das
Vegetarierwerden einen langsamen Prozeß dar, der begann, als sie klein war.
Zuerst gab sie Würstchen auf. Im College folgte rotes Fleisch und danach
Huhn. Meeresspeisen standen zuletzt auf ihrer (Verzichts-)Liste. Eines
Tages werde ich auch Milchprodukte aufgeben, sagt sie. Ihre Gründe,
Vegetarierin zu werden, sind unterschiedlich: Gesundheit, Umwelt,
Tierrechte; alles spielte in ihrer schrittweisen Entscheidung eine Rolle. Meine
Hoffnung ist, daß wir in 200 Jahren auf die Kühe zurücksehen und sagen:
O, mein Gott, Ich kann nicht glauben, daß wir sie aßen. Wie
kannibalistisch!, sagt Bengtson.
Q:
Karen Rauen, Green Bay Press
Gazette, 2.10.2002 (www.greenbaypressgazette.com/news/archive/local_6334409.shtml) Dt. Übersetzung: A. Willer/CANIS
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