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USA/Singapur: Soja kann Brustkrebsrisiko senken

Dr. Anna H. Wu und Kollegen von der Universität von Südkalifornien führten jüngst eine Studie durch, um zu hinterfragen, ob Nahrungsmittel auf Sojabasis das Brustkrebsrisiko senken können. Bisher war bekannt, daß japanische oder chinesische Frauen ein sechsfach geringeres Risiko tragen, an dieser Krankheit zu leiden als westliche Frauen. Dabei konnte es sich aber um kein „rassisches“ Merkmal handeln, da ostasiatische Frauen, die den westlichen Lebensstil samt seiner Eßgewohnheiten angenommen hatten, dieses verringerte Risiko nicht mehr haben. Demnach mußte der Schlüssel im Soja selbst – einem Grundnahrungsmittel in Japan und China – zu suchen sein.

Tatsächlich ist Soja reich an Isoflavonen u.a. ähnlichen Verbindungen, welche die Östrogenproduktion herabsetzen. Eine hohe Konzentration dieses Hormons im weiblichen Körper wird von der Medizin in Zusammenhang mit höherem Krebsrisiko gebracht.

Dr Wu ließ in Singapur die Nahrungsgewohnheiten 144 gesunder chinesischer Frauen – alle nach der Menopause – untersuchen. Dabei ergab sich, daß bei durchschnittlichem Sojakonsum das Level einer bestimmten Östrogenform nicht gesunken war. Frauen, deren Nahrung hingegen zu 25% aus Soja bestand, hatten 15% weniger dieses Östrogens. Diese Ergebnisse korrelierten mit einer früheren Studie, die Dr. Wu mit Amerikanerinnen ostasiatischer Herkunft durchgeführt hatte. „Unsere Brustkrebsstudie mit Amerikanerinnen asiatischer Abstammung legt nahe, daß Sojakonsum in Zusammenhang mit einem geringeren Brustkrebsrisiko steht; sowohl bei Frauen vor als nach den Wechseljahren.“, erklärte sie gegenüber „WebMD Medical News“.

Obwohl Wus Studie wichtig ist, warnt Dr. Jay Brooks, Vorstand der Onkologie der Ochsner Klinik in Baton Rouge, Louisiana, vor unkontrolliertem Sojagenuß: „Auch natürliche Produkte sind Chemikalien, die sehr große Auswirkungen auf unsere Körper haben, und die wir erst langsam zu verstehen beginnen.“ Brooks mahnt zur Überlegung, daß das Ergebnis von Singapur nicht unbedingt bedeuten muß, daß verstärkter Sojakonsum bei jedem Menschen krebshemmend wirkt.

Dr. Wu hält dem entgegen, daß ihr wissenschaftlich nichts bekannt wäre, daß auf schädliche Effekte beim Sojakonsum hindeuten würde. Allerdings gibt auch sie zu bedenken, daß ihre Arbeit bisher nur die Sojanahrung behandelte, nicht aber Soja-Supplemente oder Isoflavonpillen.

Dr. Anna H. Wus Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals “Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention” publiziert.

A. Willer/CANIS

 

 

 

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