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EUROBAROMETER TIERSCHUTZ Internetbefragung der EU-Kommission
Im November des vergangenen Jahres startete die Europäische Kommission eine Internetbefragung über den Stellenwert von Tierschutz. Den EU-BürgerInnen wurde durch dieses Eurobarometer die Möglichkeit eingeräumt, auf einfache Weise durch ein paar Mausklicks verbesserte Tierschutzstandards einzufordern. Im Januar 2006 wurden die erhobenen Daten veröffentlicht. Das Ergebnis fiel ganz eindeutig zugunsten schärferer Tierschutzregelungen aus und fand Berücksichtigung im so genannten Aktionsplan Tierschutz der EU.
Zu den wichtigsten Punkten der Internetumfrage: Am interessiertesten zeigte sich die Altersgruppe von 18-29 Jahren (33,4% der GesamtteilnehmerInnen), am wenigsten präsent sind Menschen über 65 (nur 1,5%); was wohl auf das für SeniorInnen neue Medium Computer zurückzuführen ist. 66,3% der abgegebenen Stimmen kamen von Frauen. Die mit Abstand stimmenstärkste Beteiligung gab es in Deutschland mit 25,3%, vor den Niederlanden mit 12,7%. Österreich liegt mit 3,5% auf dem guten 9. Rang. Schlusslichter sind die Slowakei, Slowenien, Malta, Lettland, Litauen sowie die Türkei mit je 0,1%. Wobei natürlich die Zahl der abstimmenden Personen auch von der Bevölkerungsstärke des betreffenden Staates abhängig ist. Mehr Menschen, mehr Stimmmöglichkeit. Wichtiges Detail: 87,8% der Abstimmenden gehörten keiner Organisation an. Es gab demnach keine im Vorfeld befürchteten Manipulationen seitens der Tierschutzvereine. Sehr aufschlussreich wurde die Frage über das allgemeine Tierschutzniveau für Nutztiere innerhalb der EU beantwortet. 35,45 betrachten es als sehr schwach, 29% als schwach und verschwindende 4,8% als sehr gut. Aufgesplittet in einzelne Tierarten heißt das. 62,8% sehen die Haltung von Masthennen als sehr schwach, bei Legehennen sind es 58,7%, bei Pelztieren (58,4%), bei Schweinen 48,8%, bei Truthähnen 44,6%, bei Kälbern 37,1%, usw. In keiner einzigen Nutztierkategorie herrscht eine auch nur annähernd zufriedene Meinung über die derzeitigen Haltungsbedingungen. Zudem votierten 78% der EU-BürgerInnen mit ja auf die Frage: Möchten Sie, dass Nahrungsmittel ausreichend gekennzeichnet werden, um über den Grad ihrer tiergerechten Herstellung Auskunft zu geben?. Eier aus Batteriebetrieben oder Fleisch aus Intensivtierhaltung lehnt die Mehrheit der Befragten demnach ab. 87,1% sprachen sich dafür aus, dass importiere Nahrungsmittel mindestens nach denselben Tierschutzkriterien produziert werden sollen, die im eigenen Land bestehen. 80,8% erwarten sich von der Europäischen Union, dass sie international mehr tut, um das Bewusstsein für Tierschutz weiter zu heben.
Weitere Ergebnisse
In Summe wie im Detail zeigt das Ergebnis des Eurobarometers, dass die von den EU-BürgerInnen zum Ausdruck gebrachte atmosphärische Stimmung kein Sturm im Wasserglas ist, sondern ganz eindeutig zu noch mehr Tierschutz geht. Alle
Einzelergebnisse im Internet unter: http://europa.eu.int/comm/food/animal/welfare/sum_response_stats_en.pdf
Text:
www.canis.info , 17.02.06
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