Tierseuchen


Kanada: "Elchwahnsinn"

In den vergangenen Monaten sind in der westkanadischen Provinz Saskatchewan 1.500 gezähmte Elche wegen einer BSE-ähnlichen Infektion getötet worden. Die an "Elchwahnsinn" erkrankten Tiere zeigen Symptome wie schwere Schluckprobleme, Gleichgewichtsverlust und starke Gewichtsabnahme. Heilbar ist die Seuche bisher nicht.

Über 50.000 Elche werden im Westen Kanadas als Nutztiere gehalten; davon fast 40% in Saskatchewan. Das cholesterinarme Fleisch der Tiere landet als Filet in Restaurants ebenso wie als "Moose Burger" im Fast-Food-Läden oder als Dosengericht auf dem Küchenteller. Bisher trat die Krankheit nur bei gezähmten Elchen auf, nicht aber bei ihren wildlebenden Artgenossen. Übertragen wird der Erreger durch das Fressen von Fruchtwasser und Nachgeburtsgewebe. 1974 trat der erste dokumentierte Fall von "Elchwahnsinn" auf.

Ein Übergreifen dieser TSE (Transmissible Spongiform Encephalopathy) auf freilebende Elchpopulationen hätte katastrophale Folgen für die Art als Solche. Wie BSE bei Rindern oder Scrapie bei Schafen zeigt "Elchwahnsinn" drastisch die Auswirkungen von Intensivtierhaltung.

(Quelle: Reuters, Dezember 2000)

 

 

Home

Zurück