| Veganismus/Tierrechte
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Algen: Grundnahrungsmittel der Zukunft
In der traditionellen keltischen Küche von Wales sind Rotalgen (Palmaria palmata) schon seit Jahrhunderten fixer Bestandteil des Speiseplans. Dulse lautet die englische Bezeichnung dieser Meerespflanze, dilleasc die gälische. Weiter im Norden auf der britischen Insel, im entlegenen Nordwesten Schottlands, macht sich die Firma Loch Duart nun daran, Rotalgen in Farmen zu pflanzen. Polykultur heißt die Devise, oder in anderen Worten: neben den Lachszuchten sollen in Hinkunft Algenplantagen angelegt werden. Ein Feldversuch lief bereits erfolgreich an. Tatsächlich gedeiht Palmaria an den Rändern der Fischbecken äußerst gut. Für Loch Duart ist das erst der Anfang. Vom Hauptquartier in Scourrie, Sutherland, soll zuerst der britische Markt erobert und dann der europäische beliefert werden.
Auch in Deutschland werden Projekte zur Algenkultivierung vorangetrieben. Auf der Nordseeinsel Sylt untersucht der Meeresbiologe Klaus Lüning neben der bereits als Nahrungsmittel zugelassenen Rotalge auch die Braunalge (Laminaria) auf ihre Wirkung und Verwendbarkeit. In 200 Liter fassenden Tanks, gespeist mit Nordseewasser, werden beide Algenarten gepflanzt. Auch die Sylter peilen den europäischen Markt an. Vom Nährwert sind die Algen schon jetzt top. Denn um die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene tägliche Jodzufuhr zu erreichen, wären nur 42 Gramm frischer Sylter Rotalgen oder 88 Gramm gekochter Jung-Braunalge ausreichend, schreiben die "Salzburger Nachrichten" vom 05.08.03. Neben dem Jodgehalt sind Algen fettarm und reich an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen. Die frische Rotalge ist im Kühlschrank fünf Tage haltbar und eignet sich gut für Salate. Chris Findlay, Biologe von Loch Duart, merkt richtig an, daß Algenzucht ein viel "ausbalancierterer Ansatz in der Aquakultur" ist*. Das heißt, aus ökologischer wie veganer Sichtweise ist die Zucht der Rotalgen tatsächlich zu begrüßen. Sie kommen ohne den für die Lachszucht verwendeten Antibiotika-Cocktail aus, rauben dem Wasser nicht so viele Nährstoffe, sind billig in der Produktion, können in großer Menge hergestellt werden und damit viele Menschen ernähren. Wer die Ausbeutung von Tieren zur Nahrungsgewinnung nachhaltig vermindern und letztendlich beenden will, kann Alternativen wie die Algenzucht nur willkommen heißen.
©
www.canis.info , 12.08.03 *http://news.independent.co.uk/uk/this_britain/story.jsp?story=430338
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