Ontario: Der Wolf sitzt in der Falle

 

Die Umweltschutzgruppe Earthroots fordert nun in der kanadischen Provinz Ontario ein gesetzliches Verbot, Wölfe mit Hilfe von Schlingfallen (snares) zur Strecke zu bringen. Melissa Tkachyk, Sprecherin der Organisation, erklärte: „Wenn es in Ontario um Wildlife Management geht, leben wir noch in der Steinzeit; und der Wolf ist ein perfektes Beispiel dafür. Wölfe genießen in Ontario noch weniger Schutz als Waschbären.“ Obwohl Wölfe für das 

Ökosystem wichtig sind, werden sie mit primitiven Apparaten wie Schlingfallen abgeschlachtet. Einmal in der snare gefangen, verhungern die Tiere elendig oder strangulieren sich selbst. Manchmal kommt es beim Versuch, sich freizustrampeln, zu fürchterlichen Verletzungen der Gliedmaßen. Eine Studie aus Alaska ergab, daß bei 200 in Schlingfallen gefangenen Tieren mehr als die Hälfte keine Wölfe waren, sondern Füchse, Bären, Adler oder Elche. Die snares verfehlen zudem erwiesenermaßen auch noch ihren Zweck. In Großbritannien und 17 Staaten der USA sind sie bereits verboten.

In Kanada bestehen von Provinz zu Provinz unterschiedliche Regelungen. Saskatchewan hat die Sportjagd auf Wölfe verboten, ebenso ihren Fallenfang zwischen Mai und November. Andere Provinzen haben bereits einen Managementplan oder sind zumindest bei der Ausarbeitung eines solchen. Es gibt auch Monitoring-Programme oder mehrmonatige Schonzeiten. Ontario hingegen ist die traurige Ausnahme. Für Trapper gibt es keine Auflagen, für Hobbyjäger keine Quoten; Farmer brauchen keine Lizenz.

Richard Brooks, Direktor von Earthroots: „Das Töten ist überhaupt nicht geregelt.“ Ein Berater von John Snobelen, zuständiger Minister für Natural Resources, äußerte sich dahingehend, daß die Provinzregierung keine Einschränkungen bei der Jagd mit snares vorhabe. Beinahe zynisch klingt sein Nachtrag, daß Neulinge unter den Fallenstellern ohnehin 40 Stunden Ausbildung absolvieren müssen.

Der wolf kill wird in Ontario auch nicht registriert. Es gibt daher keine Zahlen, wie viele Wölfe wegen ihres Pelzes, im Zuge von „Schädlingsbekämpfungsprogrammen“ oder aber nur, um die Dichte anderer – den Jägern genehmer – Wildarten zu steigern, getötet werden. Die Gesamtzahl der Wölfe in ganz Ontario kann demnach nur geschätzt werden. Lediglich 3 Prozent ihres Streifgebiets – hauptsächlich im Algonquin National Park - sind geschützt. Eine besonders perfide Variante der Fallenjagd ist das „saturation snaring“ mit chemischen Lockstoffen rund um Köderplätze, die auf oft genützten Wolfspfaden ausgelegt werden und ganze Rudel auf einmal auslöschen können.

© Mag. Alexander Willer, Tierrechtsverein CANIS, www.canis.info

Weitere Infos: www.earthroots.org , www.wolvesontario.org

 

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