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Kalifornien: Wölfe, Separatisten und Öko-Terroristen
richtete eine Petition an die Bundesregierung der USA, in der sie die Ausweisung eines 16 Millionen Acres großen Gebietes in Nordkalifornien und Südoregon als Heimat für den Wolf einfordert. Dieses Territorium aus Wald- und Parklandschaften würde Platz für fast 500 Wölfe und gleichzeitig ein einmaliges Arbeitsfeld zur Erforschung der Tierart bieten. Für DOW steht es außer Zweifel, daß Wölfe zur Balance des Ökosystems von großer Bedeutung sind. Sie würden die Zahl der Kojoten ebenso dezimieren wie den Baumverbiß durch Hirscharten einschränken. Hinzu käme ein für die krisengeschüttelte Region wirtschaftlicher Boom, verursacht durch Öko-Touristen, für die Wölfe über eine geradezu magnetische Anziehungskraft zu verfügen scheinen; siehe Yellowstone Nationalpark. Das Feindbild Wolf in der Nähe ihrer Herden zu tolerieren, bleibt aber für die Mehrheit der ansässigen Schaf- und Rinderhalter ein Ding der Unmöglichkeit. Sie sehen sich durch die Bundesregierung und deren Schutzprogramm für spotted owls (Gefleckte Eulen), coho salmon (eine seltene Lachsart) u.a. Spezies ohnehin schon genug bevormundet. Im selben Ausmaß wie die in den 1920ern durch Fallen und Gewehre in Kalifornien ausgerotteten Wölfe sind der ruralen Bevölkerungsmajorität im Klamath Siskiyou County die Umweltschutzvereinigungen verhasst, die seit Jahren einen Kampf für die Rettung von Redwood Trees gegen die Holzfäller führen. Die Rancher wollen sich die einzige noch funktionierende Industrie, die Agrarwirtschaft, nicht durch Wölfe und Öko-Terroristen ruinieren lassen, betonen sie. Unzufrieden mit der Bundesregierung, schmücken viele Farmhäuser bereits Flaggen der von den USA unabhängigen Republik Jefferson. Seit den 1940ern wird dieses separatistische politische Projekt von rechtsgerichteten Milizen immer wieder neu belebt. Niedrigerer
Schutzstatus für den Wolf? Das bundeseigene U.S. Fish and Wildlife Service überprüft gegenwärtig, den Status des Canis lupus in einigen Staaten (Kalifornien, Michigan, Wisconsin) von endangered (von der Ausrottung bedroht) auf threatened (bedroht) herabzusetzen. Dies würde es vor allem vielen Ranchern erleichtern, sogenannte Problemwölfe selbst zu erlegen (Tiere, die im Verdacht stehen, wiederholt Vieh gerissen zu haben). In den Augen der Umweltschützer wäre das der erste Schritt zur Aufweichung des Schutzes für Wölfe; denn schon bald danach würde der Wolf ganz von der Liste der zu schützenden Arten gestrichen werden, argwöhnen sie. In den 48 südlich von Kanada gelegenen US-Staaten hat sich die Spezies Canis lupus in den letzten Jahren relativ gut erholt. Die vor wenigen Jahrzehnten vom Verschwinden bedrohte Tierart weist derzeit etwa 3.500 Exemplare auf, alleine 200 in der Großregion Yellowstone. Hinzu kommt eine größere Population in Minnesota. Am 14.2.2002 tagte auch das Department for Natural Resources des Bundesstaats Michigan über die Frage der neuen Designation des Wolfes. Die Zahl der Tiere, die fast ausschließlich auf der nördlichen Upper Peninsula leben, wird mit 249 beziffert, hinzu kommen 19 Exemplare auf der durch ethologische Forschungen bekannt gewordenen Isle Royale. ©
Mag. Alexander Willer, Tierrechtsverein CANIS Weitere
Infos: Detroit News 14.2.2002 bzw. San
Francisco Chronicle, 5.2.2002 http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?file=/chronicle/archive/2002/02/05/MN100667.DTL
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