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Kanada: Wölfe als natürliche Beschützer eines Golfplatzes Alberta, Kanada Wildbiologen wie Manager der Jasper Park Lodge jubeln gleichermaßen. In Rekordzahl streifen derzeit Wölfe entlang einer der berühmtesten Golfanlagen Kanadas. Dort, wo noch vor kurzem Skifahrer und Bergwanderer die Schönheit der Rocky Mountains genossen, hält nun Meister Isegrim Einzug. An die 600.000 kanadische Dollars wurden dafür verwendet, um bei der Golfanlage einen wildlife corridor zu installieren, eine Route, durch welche Wildtiere durchziehen können, ohne dabei gestört zu werden oder Menschen zu stören. Die Verantwortlichen der Jasper Park Lodge betonen, daß es keinen einzigen Vorfall gibt, bei dem ein Wolf in Jasper oder in irgend einem anderen Nationalpark Menschen angegriffen hätte. Hingegen attackierten Hirsche im Zeitraum von 1983 bis 1999 alleine in Jasper 650 Personen, davon in 38 Fällen mit schweren Verletzungsfolgen.
Freilich war es nicht von Anfang an klar, ob die Wildcaniden tatsächlich diese Routen wählen würden. Sinn der Sache war es, den Hirschen aufgrund der Anwesenheit von Wölfen wieder Angst einzujagen. Wes Bradford von Parks Canada: Es hat funktioniert. Nun gibt es hier wieder viele nervöse Hirsche, die auch vor Menschen die Flucht ergreifen, sobald sie sie sehen. Seit der Ankunft der Wölfe wurde kein einziger Mensch mehr von Hirschen verletzt, und die Anzahl gefährlicher Aufeinandertreffen zwischen beiden nahm um 85% ab. Im Winter 2001/2002 leben 16 Wölfe in drei Rudel aufgeteilt rund um Jasper. Das Rudel, welches den Golfplatz vor Hirschen verteidigt, besteht gar nur aus drei Tieren. Doch die Wildbiologen sind guter Dinge, daß bald Welpen ins Haus stehen. Durch den zaunfreien wildlife corridor kommen die Wölfe viel leichter an die Hirsche rann; das Nahrungsangebot steigt und damit in der Regel auch die Reproduktionszahl. Die noch verbliebenen Zäune sind so angebracht, daß sie die Wölfe davon abhalten, direkt auf die Golfanlage zu wandern. Golfer müssen also keine Angst haben, ungewollt mit einem Rudel des Canis lupus Bekanntschaft zu schließen. Gleichzeitig bleibt das Flair des Wilden und Geheimnisvollen erhalten. Das eher beschauliche Golf wird so zur Abenteuersportart. Frei nach: Ed Struzik in Edmonton Journal, 10.März 2002 © Mag. Alexander Willer, Tierrechtsverein CANIS
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