Graubündner Wolf erlegt

Wie das Bündener Jagdinspektorat bekannt gab, wurde am 29.September im Gebiet von Margna der seit langem verfolgte Wolf "legal und mit einem sauberen Schuß" erlegt. Dem Tier war zur Last gelegt geworden, seit dem April 2000 nachweislich 59 Schafe, Lämmer und Ziegen sowie fünf Hirsche auf schweizerischem Gebiet erlegt zu haben; auf italienischem Territorium sollen es nochmals 37 Nutztiere gewesen sein.

Die Bündener Regierung hatte deshalb im August 2000 in Akkordanz mit dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landwirtschaft (Buwal) eine Abschußgenehmigung für den Lupus bewirkt. Es war seit 1995 die 4. Bewilligung zum Abschuß eines Wolfes in Graubünden.

Damit wird klar, daß der eidgenössische Plan zum Schutz des Wolfes zwar auf dem Papier steht, in der Praxis allerdings nicht umgesetzt wird. Anstatt - wie seit langem von Tier- und Naturschutzorganisationen vorgeschlagen - Herdenschutzhunde, Esel oder simple Elektrozäune dem Viehriß durch Predatoren entgegenzuhalten, setzt man weiter auf die speziesistisch umschriebene "Notlösung" Gewehrkugel. Dieserart wird der Wolf wohl weiterhin nicht Fuß in der Schweiz fassen können - was einigen einflußreichen Lobbies sicher lieb und recht ist. Andererseits liegt auch ein eindeutiger Bruch der Berner 

Konvention zur Erhaltung seltener und gefährdeter Tierarten vor, was rechtlich nicht unerheblich ist.

 

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