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WIE DER WOLF AUF DEN HUND KAM Lange
Zeit wurde argumentiert, daß zumindest bestimmte Hunderassen vom
Goldschakal abstammen (siehe Konrad Lorenz), da das Verhältnis von Körper-
zu Hirngröße bei Hund und Schakal weit ähnlicher ist als bei Hund und
Wolf. Diese Annahme erwies sich als Trugschluß. Nach gegenwärtigem
Wissenstand gilt es als gesichert, daß der Haushund in allen seinen
Ausprägungen vom Wolf abstammt.
damit auch der Hirnmasse
überflüssig. Damit ist klar, daß nur der Wolf als Stammvater des
Hundes in Frage kommt, zumal in freier Wildbahn auch nie Kreuzungen
zwischen Hund und Schakal beobachtet werden konnten, zwischen Hund und
Wolf hingegen schon. Die
Geschichte zwischen Mensch und Wolf bzw. Hund ist eine sehr lange und
verflochtene. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Wölfe den
steinzeitlichen Jägernomaden folgten, um an deren Beute Anteil zu
haben. Später hielten sie sich am Rande der Dörfer auf, wo allerlei
Essensreste herumlagen, die zu erbeuten wenig Energieaufwandes
bedurften. Der längere Aufenthalt in Umkreis menschlicher Siedlungen führte
dazu, daß sich einige Wölfe den neuen Gegebenheiten anpaßten. So
domestizierte sich der Wolf in einer ersten Phase gewissermaßen selbst.
Bald begann der Mensch mit gezielter Selektion, indem er nur die
Hauswölfe weiterverpaarte, die ein weniger scheues,
menschenfreundliches Wesen zeigten und als Jagdgehilfen oder Wächter
taugten. Der Wolf wurde zum Hund, und die Hundezucht nahm ihren Anfang.
Hunde fanden auch als Lasttiere, Rattenjäger, Nahrungsmittel oder
schlicht und einfach als Luxusartikel Verwendung. Wann die Domestikation
geschah, kann nicht genau gesagt werden. Die Theorien reichen von vor
15.000 bis 135.000 Jahren. Die
Wurzeln vieler Rassehunde sind weit in die bekannte Geschichte zurückverfolgbar.
Der Tesem (Jagdwindhund) war von der ägyptischen Pharaonen sehr
geschätzt, am chinesischen Kaiserhof stand der Pekinese hoch im Kurs.
Den Inkas galten Nackthunde als Statussymbol, den Azteken Chihuahuas. In
Europa riefen die Kelten den Berger Picard ins Leben, Karl der Große züchtete
den Briard und der Malteser Ritterorden die Braque d´Auvergne. Gegen
Ende des 19.Jahrhunderts entstanden in England die ersten Züchtervereinigungen
(kennel clubs). Und erstmals wurde durch den sogenannten Rassestandard
detailliert festgelegt, wie einzelne Rassen auszusehen haben. Die
Kynologie (kynos = griech. Hund), also die Lehre vom
Hund Durch Förderung ganz unterschiedlicher Merkmale in Körperbau, Haarkleid oder Wesen sowie andererseits dem bewußten Ausschluß nicht erwünschter Kennzeichen, gelang es dem Menschen über Abergenerationen aus den recht einheitliche wirkenden wenigen Wolfsunterarten einen Variantenreichtum von über 300 Hunderassen zu züchten. Doch die Optik trügt. Genetisch sind ein 80kg schwerer alaskanischer Timberwolf und ein paartausend Gramm leichter Yorkshire Terrier nahezu identisch.
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