AM ANFANG WAR TOMARCTUS

Die Entstehung der Mammalia (=Säugetiere) reicht 200 Millionen Jahre zurück. Vor etwa 54 bis 38 Millionen Jahren kam eine Gruppe fleischfressender Säuger auf, die sich durch ein gemeinsames Merkmal grundsätzlich von anderen Beutegreifern unterschied: den Besitz von vier Fangzähnen. Die Entwicklungsgeschichte der Hundeartigen läßt sich so anhand fossiler Gebißüberreste gut rekonstruieren. Diese landbewohnenden Carnivoren (=Fleischfresser) nahmen im Laufe der Evolution eine unterschiedliche Entwicklung; es kam zur Aufspaltung in Bärenartige (Ursiden), Kleinbären (Procyoniden), Katzenartige (Feliden), Schleichkatzenartige (Viverriden), Marderartige (Musteliden) sowie Hundeartige (Caniden).

Der direkte Vorfahre aller Caniden betrat vor 12 Millionen Jahren die Bühne der Naturgeschichte. Tomarctus lebte – unterteilt in 42 verschiedene Gattungen – im heutigen Nordamerika. Vor zwei Millionen Jahren war die Anzahl der Gattungen auf etwa zehn zurückgegangen, was bis dato so blieb. Diese zehn Gattungen gliedern sich wiederum in circa 35 Arten mit zahlreichen Unterarten.

Canidae: Eine Familie, zehn Gattungen  

Gattung Canis: Dazu zählen Wolf (Canis lupus), der Hund (Canis lupus f. familiaris) – als domestizierte Form des Wolfes - , der Äthiopische Wolf (Canis simensis), der Kojote (Canis latrans) sowie die drei Schakalarten: Goldschakal (Canis aureus), Streifenschakal (Canis adustus) und Schabrackenschakal (Canis mesomelas). 

Der Der im Südosten der USA beheimatete Rotwolf (Canis rufus) gilt neueren Erkenntnissen zufolge als natürliche Kreuzung zwischen Wolf und Kojote. Dingo in Australien sowie der Hallstrom auf Neu-Guinea gelten nicht als eigene Art, sondern als Wildhunde.  

Gattung Lycaon: Hierzu zählt der Lycaon pictus, auch Afrikanischer Wildhund oder Hyänenhund bezeichnet: Rudeltier, das vor allem im südlichen Afrika lebt. 

Gattung Cuon: Rothund (Cuon alpinus): in Zentralasien beheimatetes Rudeltier  

Gattung Chrysocyon: Mähnenwolf: lebt in der südamerikanischen Pampa  

Gattung Otocyon : Synonym : Löffelhund : Savannen des südlichen Afrikas

Gattung Vulpes (Echte Füchse) Dazu zählt z.B. der bekannte Rotfuchs (Vulpes vulpes ) und nach neuesten Erkenntnissen auch der Fennek (Fennecus zerda)

Gattung Alopex  (Eisfüchse) : z.B.: Alopex lagopus, lebt in arktischen Regionen 

Gattung Dusicyon: Südamerikanische Waldfüchse; einige Arten wurden vor Ankunft der Europäer in der neuen Welt von den indigenen Völkern domestiziert.  

Gattung Nyctereutes: Marder- oder Waschbärhund (Nyctereutes procyonides): mittlerweile auch in Mitteleuropa beheimatet. Ursprüngliche Heimat in Ost- und Zentralasien.  

Gattung Speothos: Synonym: „Buschhund“: von Panama bis Nordbrasilien verbreiteter Canide; erinnert durch seinen langgestreckten, niederen Körperbau eher an Schleichkatzen oder Marder.

Eine Verpaarung zwischen der Gattung Canis und den anderen neun Gattungen ist aufgrund unterschiedlicher Chromosomenzahl nicht möglich. Selbst innerhalb der Gattung Canis geschehen Verpaarungen in der Regel nur zwischen Wolf, Hund und Kojote. In Äthiopien gibt es auch Mischlinge zwischen Hund und Canis simensis. Obwohl genetisch betrachtet möglich, kommt es zu keiner Vermischung zwischen Hunden/Wölfen mit Schakalen.

 

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