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IST DER HUND 135.000 JAHRE ALT? Der Evolutionsbiologe Robert Wayne von der University of California at Los Angeles (UCLA) sammelte von 140 Hunden aus 67 Rassen sowie von 162 Wölfen aus drei Kontinenten Blut-, Gewebe- und Haarproben. Sein Ziel war es, genetische Unterschiede in der DNS der Mitochondrien auszumachen. Mitochondrien sind Organe innerhalb jeder Zelle, die gespeicherte Nahrung mit Hilfe von Sauerstoff in Energie umwandeln; sozusagen Zellkraftwerke. Sie pflanzen sich im Unterschied zur restlichen Zelle - asexuell fort, d.h., die ihre DNS entstand nicht durch Verschmelzung mütterlicher wie väterlicher Chromosomen, sondern wird zur Gänze mütterlicherseits vererbt. Das hat für den Wissenschafter den Vorteil, daß von Generation zu Generation beinahe überhaupt keine genetische Änderung geschieht. Lediglich alle 100.000 Jahre kommt es zu mutationsbedingten Veränderungen von 1%-2%. So kann die Mitochondrien-DNS als evolutionärer Chronometer betrachtet werden, mit Hilfe dessen erforscht werden kann, wann es zur Trennung der zu untersuchenden Arten kam. Daraus
ergab sich, daß Wolf und Kojote in der mitochondrialen DNS Unterschiede
von 6% aufweisen, was für eine Trennung beider Arten vor etwa einer
Million Jahre zeugt. Wolf und Hund hingegen haben nur 1% Unterschied,
was auf eine Weggabelung vor 135.000 Jahren schließen läßt. Die
Unterschiede in der Mitochondrien-DNS liefern ein Erklärungsmodell,
warum Kojote und Hund zwar fertile (= fruchtbare) Nachkommen zeugen können,
eine Verpaarung aber selten geschieht, während sie bei Hund und Wolf
wesentlich öfter auftritt. Noch
wichtiger erscheint der Aspekt, daß durch Waynes Ergebnisse die bisher
gängige Theorie, der Hund wäre erst vor 10.000 bis 15.000 Jahren
also nach Ende der letzten Eiszeit domestiziert worden ins Wackeln
gerät. Hunde gab es wahrscheinlich schon über 100.000 Jahre früher. Quelle: Atlantic Monthly, July 1999
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