DER ROTHUND (Cuon alpinus)  

Der über weite Teile Asiens verbreitete Rothund ist nicht etwa eine Hunderasse, sondern eine Wildcanidenform, die mit Hunden nur sehr entfernt verwandt ist. Er ist auch nicht mit dem im Südosten der USA beheimateten Rotwolf (Canis rufus) zu verwechseln. Je nach seinem Verbreitungsgebiet führt der Cuon alpinus verschiedene Synonyme. In einigen Teilen Indiens kennt man ihn unter Dhole, in anderen unter Kolsun, auf der Insel Java wiederum unter Adjag.  

Vorkommen:  

Es ist kaum möglich, eine einheitliche Beschreibung der Spezies Rothund abzugeben. Zu groß sind die Differenzen der einzelnen Unterarten,was klar erscheint, erstreckt sich sein Vorkommen in so unterschiedliche Lebensräume wie die Bergwälder Indiens ,die Hochgebirgsfluren in Nepal 

(bis 4000 m), die Buschwälder Chinas, den tropischen Dschungel Malaysias oder Indonesiens oder die kargen Steppen der Mongolei und Zentralasiens. Wahrscheinlich gibt es unter den Caniden keine andere Gattung, die sich an so unterschiedliche Habitate anpassen kann.

Beuteverhalten:

Rothunde sind keine Einzeljäger, sie hetzen ihre Beutetiere in Rudeln von fünf bis zwanzig Individuen. Es wurde beobachtet, daß erfahrene Adulte dem Rudel vorauswandern, die Beute ausfindig machen und dann das Kommando zur Jagd signalisieren. Meist geschieht die Jagd tagsüber. Die Art der Beute richtet sich wieder nach der regionalen Fauna. In Sibirien etwa ziehen sie Rentieren nach, in Indien stehen andere Hirscharten am Speiseplan. In Südostasien scheut der Rothund auch vor großen Wildrindern wie Banteng oder Gaur nicht zurück. Es gibt Berichte, die besagen, daß Cuon-Rudel sogar Leoparden oder Tiger töteten. Attacken auf Menschen sind allerdings nicht bekannt. Selbst Haustiere scheinen sie aufgrund menschlicher Präsenz zu meiden.

Verhalten:

Die Ethologie der Rothunde blieb bisher wenig erforscht. Umstritten ist immer noch die Form ihrer Vokalisation. Während russische Wissenschafter befinden, Cuon alpinus verhält sich bei der Jagd völlig lautlos, wollen indische Forscher Lautformen gehört haben, die an jene des Afrikanischen Wildhundes (Lycaon pictus) erinnern. Die Tragezeit der Weibchen beträgt – ähnlich zu Hund und Wolf – neun Wochen. Ein Wurf besteht zwischen zwei und sechs Welpen, die in Höhlen oder Erdbauen großgezogen werden. Oft werfen mehrere Weibchen ihre Jungen nahe beieinander. So entstehen Clans, die in mehreren Rudeln aufgeteilt zusammenleben. Der Nachwuchs verlässt nach etwa sechs Wochen die schützende Wurfstätte. An der Jagd beteiligen sich die Junghunde aber erst nach dem siebten Monat.

Status:

In einigen Regionen ist der Rothund sehr selten geworden, einerseits durch die konsequente Bejagung durch den Menschen, andererseits durch den Rückgang oder das Verschwinden vieler Beutetiere. Auch in zoologischen Gärten sind sie selten anzutreffen. Dem Moskauer Zoo gelang es Ende der 1950er-Jahre erstmals den Cuon alpinus in Gefangenschaft zu züchten. In Deutschland sind Rothunde im Duisburger Zoo zu sehen.

 

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