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Eingereicht
durch den Tierschutzverein CANIS
Unterstützt
durch den Verein gegen Tierfabriken (VgT) sowie
die Partei
der Hundefreunde Österreichs (PHÖ) Exzellenz, sehr
geehrte Frau
Botschafterin! Seit
alters her nimmt der Wolf in der nordischen Kultur einen hohen
Stellenwert ein. Schon in den Sagas der Edda kommt ihm in Form
von Geri und Freki eine Rolle als Begleiter des Göttervaters Wotan
zu. Der Wolf ist ein Sinnbild ganz Skandinaviens, eine Bereicherung
von Kultur und Natur gleichsam. Er ist aus der Literatur ebenso wenig
wegzudenken wie aus der Ökologie. Umso
mehr überrascht uns die Haltung der norwegischen Regierung, was den
Schutz wildlebender Wölfe betrifft. Wie wir über die Medien erfahren
mußten, genehmigten die Behörden am 5.2.2001 den Abschuß von neun Wölfen
in der Region Østerdalen. Als
Grund dafür wurde der wachsende Protest norwegischer Schafzüchter
angegeben, die auf immer höhere Kompensationszahlungen bestanden. Wie
wir weiter erfahren mußten, sollten ursprünglich sogar zwanzig Wölfe
getötet werden, was nur durch Intervention des schwedischen
Umweltministers abgeändert worden war. Selbst innerhalb Norwegens ist
die Entscheidung für den Abschuß nicht unumstritten. So äußerte
sich auch das angesehene Osloer Blatt Aftenposten besorgt über
den internationalen Ruf Ihres Landes. Dennoch
wurde die Jagd per Gerichtsbescheid am 16.2.2001 erneut als legitim
befunden und fortgesetzt. Mittlerweile ist bereits eine Wölfin tot.
Weitere Abschüsse sind jederzeit zu erwarten. Erlauben
Sie uns dazu unsere Einwände wie Lösungsvorschläge vorzulegen. 1)
Durch den Abschuß der Wölfe verletzt Norwegen die Berner
Konvention, die den Wolf (Canis lupus) klar als streng
geschützte Tierart deklariert. 2)
Da das zum Abschuß freigegebene Wolfsrudel nicht nur in
Norwegen lebt, sondern ebenso in Schweden, wird auch die
EU-Naturschutzrichtlinie 92/43/EWG, Anhang IV, verletzt, nach der die
Spezies Wolf eine streng zu schützende Tierart von
gemeinschaftlichem Interesse sei. 3)
Von den etwa 2,4 Millionen Schafen fallen jährlich nur an die
800 dem Wolf zum Opfer; eine minimale Größe, die durch
Kompensationen seitens von Naturschutzgruppen leicht wettzumachen wäre.
Der Großteil der anderen Verluste ist durch Fressen giftiger
Pflanzen, Stürze in Sümpfe, Flüsse etc. zu erklären. (siehe
Bericht in Der Spiegel, 7/01) 4)
Die Populationsdichte in Südost-Norwegen und West-Schweden ist
sehr gering und wird mit höchstens 100 Tieren bemessen. Sinkt die
Anzahl der Wölfe etwa durch Jagd weiter ab, wird ein
bestimmter Schwellenwert unterschritten (wissenschaftlich durch Warder
C. Allee bereits 1931 bewiesen), was auf lange Sicht das Aussterben
der Population bedeutet (Allee-Effekt). 5)
Da die Größe der Wolfspopulation sehr niedrig ist, erhöht
sich mit jedem Abschuß und damit Verringerung des genetischen
Reservoirs die Gefahr von Inzucht, was wiederum
Degenerationserscheinungen mit sich bringt. Ein ständiges Einwandern
von russischen, finnischen oder schwedischen Wölfen muß daher durch
ein internationales Wildlife Management gewährleistet werden. Die
Lösung des Problems rund um Viehriß durch Wolf (aber auch Bär oder
Luchs) kann durch die Anschaffung und den Einsatz spezieller
Hunderassen, sogenannter HERDENSCHUTZHUNDE, fast zur Gänze präsentiert
werden. Diese
Rassen (z.B. Owtscharka, Maremmano, Sarplaninac, etc.) werden in Ost-
bzw. Südeuropa oder Zentralasien seit Jahrhunderten zum Schutz von
Herden gegen Raubtiere mit Erfolg eingesetzt. Ein Projekt von Dr. Ray
Coppinger im US-Staat Utah brachte ebenfalls einen Erfolg von 90%. Wir
würden gerne den Kontakt für Sie herstellen bzw. Ihnen beratend zur
Seite stehen. Damit wäre allen geholfen: den Bauern, den Schafen und
letztendlich den Wölfen. BITTE
LEITEN SIE UNSEREN PROTEST, VOR ALLEM ABER AUCH UNSEREN LÖSUNGSVORSCHLAG
AN IHRE REGIERUNG WEITER. DANKE VIELMALS! Gezeichnet: Mag.
Alexander WILLER, Tierschutzverein CANIS Marion
LÖCKER, Verein gegen Tierfabriken, Christian POLSTER, Partei der Hundefreunde Österreichs
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