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(Teil
I): Geheimnisvolle Wesen
Lateinamerikas So
alt wie die Menschheitsgeschichte sind Berichte über geheimnisvolle
Lebewesen aus dem Tierreich. Egal ob Steinzeit oder High-Tech-Ära, die
Faszination, die von ihnen ausgeht, beschäftigt unser Denken. Yeti oder
das sogenannte Monster von Loch Ness sind die besten Beispiele. Zumindest
vom Hörensagen sind diese Kreaturen fast jedermann ein Begriff. Neben
ihnen bevölkern noch eine Vielzahl anderer Wesen die Grauzone zwischen
Mythos und Realität: Onza, Chupacabras, Mapinguari uvm.. Doch wo ist die
Grenze von Aberglauben und Wissenschaft anzusiedeln? Wie gelingt es, künstlerische
Ausschmückung von Fakten zu trennen? Die Kryptozoologie hat sich dieses
schwierige Unterfangen zur Aufgabe gesetzt. Spekulation
oder Naturwissenschaft ?
an die 20.000 Indizien
will er haben. Egal ob Illustrationen, mündliche Überlieferungen oder
Sichtungserzählungen, Kryptozoologen sammeln alles, in der Hoffnung, die
Existenz der mysteriösen Geschöpfe einst beweisen oder endgültig
widerlegen zu können. Dabei werden sie von den klassischen Biologen meist
belächelt und mißtrauisch beäugt. Schon 1819 hatte der Zoologe Georges
Baron de Cuvier vollmundig postuliert, das Tierreich wäre komplett
erforscht. Vor allem jede weitere Suche nach "großen" Tieren
hielt er für Zeitverschwendung. Er sollte Unrecht behalten. Wesen, die
lange Zeit als Sagentiere galten, wurden entdeckt: Riesenpanda (1869),
Waldelefant (1899), Okapi (1901), Berggorilla (1903), Komodowaran (1912),
Quastenflosser (1938) oder aus jüngster Vergangenheit Himalaya-Elefant
(1992), vietnamesischer Spindelbock (1993) und Bondegezou (1994), eine Art
Baumkänguruh aus Neuguinea. Heuvelmans Pionierarbeit, den verborgenen (=kryptos)
Lebewesen (= zoon) auf die Schliche zu kommen, fiel auf fruchtbaren Boden.
In Tucson, im US-Bundesstaat Arizona, entstand die International Society
of Cryptozoology (ISC) unter Richard Greenwell. Die ISC kann als zentrale
Erfassungsstelle der Kryptozoologie betrachtet werden. Onza
- eine neue Großkatzenspezies ?
Castillo
eine wolfsähnliche
Katze mit dem Namen Cuitlamitzli. Zweihundert Jahre später berichtet der
in der Provinz Sonora (Mexiko) tätige Jesuitenmissionar Ignaz Pfefferkorn
von einem ähnlichen Katzenwesen, dem Onza. Im Unterschied zum Puma wäre
das Tier länger, schmäler und viel dünner, so der Padre. 1986 wurde ein
vermeintliches Onza-Weibchen in Sinaloa, einer anderen Provinz Mexikos,
erlegt. Greenwell besichtigte mit dem Puma-Experten Troy Best den gut
erhaltenen Kadaver. Beine, Schwanz und Ohren waren deutlich länger als
beim Puma (Felis concolor), das Gewicht erheblich geringer und das Fell an
den Vorderläufen zeigte untypische Querstreifen. Bis heute konnte das
Tier nicht klassifiziert werden. Medienstar
Chupacabras
Auch wenn der Chupacabras reine Fiktion sein sollte, den Sprung zum
Kommerzmonster hat er alle Mal geschafft. Er ziert Touristen-T-Shirts und
hat eine eigene Homepage. Mapinguari
- Bote der Vorzeit ? Jedes
Jahr im März soll der Mapinguari aus dem Andenvorgebirge ins
Amazonasbecken hinabsteigen. Die Indios beschreiben das Wesen als übelriechend,
drei Meter hoch und mit einem Maul mitten am Bauch. 1994 machte sich David
Oren, Harvard-Absolvent und Biologe am Emilio-Goeldi-Museum in Belém,
Brasilien, mit einer Expedition auf den Weg, um das "Untier" zu
suchen. Oren vermutet, daß der Mapinguari nichts anderes wäre, als ein
Riesenfaultier, das im Unterschied zu Ai oder Unau, den beiden bekannten
lebenden Arten, nicht in den Baumkronen lebt, sondern am Boden. Fortsetzung folgt
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