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DAS
RÄTSEL DER HIGHLANDS ( letzter
Teil
) Loch
Ness und sein "Ungeheuer" füllen fast alljährlich das trübe
Sommerloch der Medienberichterstattung. Sichtungen des Monsters werden
lanciert und genauso schnell wieder verworfen. Fotos und Filme entpuppen
sich meist sehr schnell als mehr oder minder geschickte Fälschungen. Längst
ist das Geheimnis rund um den vermeintlichen Saurier zum Big Business
geworden, das ungebrochen eine Heerschar von Touristen anlockt und
Millionen von Pfund abwirft. Doch fernab der Vermarktung bleibt der wahre
Kern des Geheimnisses bestehen. Ebenso wie die Frage, was es mit dem
Untier aus dem See auf sich hat, das seit fast 1500 Jahren den
schottischen Loch Ness verunsichert ? Der
See
Vor 12.000 Jahren war das Gebiet noch Meeresbucht,
ehe nach Ende der letzten Eiszeit das Land sich hob und den Loch vom
Atlantik abschnitt. Der heutige Loch Ness mißt eine Länge von etwa 36
Kilometern, aber eine Breite von nur 1,6 Kilometern. Seine Tiefe beträgt
im Schnitt 213 Meter, wobei Stellen mit bis zu 300 Metern angenommen
werden. Der See wird von acht Flüssen gespeist und friert aufgrund seiner
Tiefe niemals zu, wenngleich die Wassertemperatur selbst im Sommer nur
sechs bis sieben Grad Celsius beträgt. Der Grund des Lochs ist vom Torf
dunkelbraun gefärbt. Schlick sowie zahlreiche Felsspalten und Höhlen
erschweren eine genaue Kartographierung bei Tauchgängen zusätzlich. Wie
viele kalte Gewässer ist auch der Loch Ness reich an Fischen, was dem
Monster Nahrung bieten könnte. Der
H Der
erste schriftliche Bericht über das Ungeheuer von Loch Ness findet sich
in der Vita über den Heiligen Columban, verfaßt von dessen Biographen
Adamnan. Demnach soll der Heilige - der später auch am Bodensee wirkte -
im Jahre 565 Augenzeuge gewesen sein, als das Monster einen Schwimmer tötete
und einen weiteren Mann attackierte, ehe Columban laut den Namen Gottes
deklamierend einschritt und das Untier vertrieb. Ein wahrhaft
schreckhaftes Ungeheuer, das sich vom Gezeter eines Missionars von seiner
Beute abbringen läßt. So wundert es wenig, daß bis 1930 Ruhe herrschte,
wenngleich in den Erzählungen der keltischstämmigen Schotten ein Untier
ähnlicher Fasson unter dem Namen waterkelpie seit je her bekannt war. Das
Monster
Leserbriefe, die von Vorfällen
ähnlicher Natur zu berichten wußten. Am 2.Mai 1933 erzählen Mr. Mrs.
Mackay dem Inverness Courier von
einer erneuten Sichtung der geheimnisvollen Kreatur. Am 22. September
meldete der Geistliche W.E. Hobbes eine zehn Minuten andauernde
Beobachtung. Bis zum Ende des Jahres hatten die überregionalen britischen
Blätter samt der BBC die Stories aufgegriffen. Den Vogel schoß
allerdings ein gewisser Hugh Gray ab, dem es nach dem sonntäglichen
Kirchbesuch gelang, an der Seepromenade fünf Fotos vom Ungeheuer zu schießen,
ehe es abtauchte. Eines der Fotos erschien am 6.Dezember 1933 im Daily
Sketch. Experten von Kodak hatten versichert, daß das Negativ nicht
nachbearbeitet worden war. Touristen begannen fortan in die Highlands zu
pilgern. Der Loch Ness hatte seinen Mythos, Columban sei dank, wieder. Das
Geschehen rund um das liebevoll "Nessie" genannte Phantom gewann
an Eigendynamik. Findige Betrüger versenkten Attrappen im See, andere
fotografierten treibende Fässer und gekenterte Boote. Zeitungen versprachen Prämien, Großwildjäger wurden
angeheuert. Doch das Glück war dem Londoner Gynäkologen R.K.Wilson hold,
dem es im April 1934 gelang, ein Foto zu schießen, das Kopf und Nacken
der Kreatur zeigt. Wilson legte Wert darauf, nicht das Monster, sondern
lediglich ein "bewegliches Objekt im Loch Ness" abgelichtet zu
haben. Dennoch wurde seine "Monsterbild" weltberühmt. Ebenso
wie das des Bauern Lachlan Stuart aus dem Jahre 1951, der drei sich
bewegende Höcker auf Foto festhielt, die er ursprünglich für umgedrehte
Boote hielt. Vier Jahre später stoppt ein gewisser P.A. MacNab mit seinem
Wagen am Rande des Loch Ness, um ein Urlaubsbild von Urquart Castle zu
schießen. Doch dicht neben der Ruine fing er mit der Kamera ein
schlangenförmiges Gebilde ein, das im Wasser trieb. Der
My
"The Private Life of Sherlock Holmes", für den ein
Sauriermodell angefertigt worden war, das nach Ende der Dreharbeiten sank
und seither Echolotungen narrt. Bis heute rissen die Expeditionen nicht
ab. Immer wieder werden Tauchroboter, Unterwasserlauscher, Infrarotkameras
oder Sonarscanner in die dunklen Gewässer des Loch Ness geschickt.
"Nessie" ließ sich bisher nicht blicken, obwohl die
kurzfristige Sichtung "mysteriöser Massen" fast schon Fixum
jeder Expedition ist. Der Mythos treibt mitunter auch recht skurrile Blüten.
So will ein texanisches Ehepaar "Nessie" vom eigenen Wohnzimmer
aus, via Spy Cam und Internet vorbeischwimmen gesehen haben. Im Land der
unbegrenzten Möglichkeiten scheint eben alles möglich. Vor Ort können
Touristen um 200 Mark "The Loch Ness Submarine" mieten, um mit
Hochleistungsscheinwerfern den Loch selbst nach dem Monster zu
durchleuchten. Und im nahegelegenen Örtchen Drumnadrochit hat sich ein
ganzer Gewerbezweig entwickelt, der neben einem Nessie-Museum auch
Souvenirs aller Art der weltbeliebtesten Seeschlange anbietet. Was den
Nepalesen ihr Yeti, den Mexikanern ihr Chupacabra, ist den Schotten ihr
Loch Ness Monster. Die
Wissenschaft Seeschlangen
sind für Kryptozoologen nichts Neues. Schon die Seefahrer vergangener
Epochen berichteten von ihnen, wenngleich sich dem modernen Betrachter
dabei fast ausschließlich Wale oder große Fische präsentieren. Berichte
über saurierähnliche Wesen gibt es noch immer, sei es vom Kongo- oder
vom Amazonasgebiet. Vor vier Jahren wurde eine solche Kreatur sogar im
osttürkischen Vansee auf Video festgehalten, freilich eine Fälschung
gevifter Tourismusmanager. |
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