Schweden: Kurioser Schutzstatus für „Seemonster“

Nils-Olof Berggren, parlamentarischer Ombudsmann in Stockholm, stieß während einer Routineinspektion in der Provinz Jaemtland auf ein kurioses Urteil. Das Landesgericht dieser Provinz hatte sich geweigert, dem Antrag des Geschäftsmannes  Magnus Cedergren stattzugeben, der angefragt hatte, ob er  „Eier des Seemonsters von Storsjoen“ zu touristischen Zwecken suchen und vermarkten dürfe. Der Grund für die ablehnende Haltung der Behörde: Das als Saurier ähnlich beschriebene Tier steht nämlich seit 1986 in der Provinz Jaemtland auf der Liste der gefährdeten und damit geschützten Arten.

Historisch erwähnt wird das „Monster“ vom Storsjoen, Schwedens fünft größtem See, erstmals 1635. Die Legende will es, dass ein gewisser Mogens Pedersen zwei Trolle am Ufer überwältigte, die in einem Kessel ein sonderbares Gebräu am Köcheln hielten. Aus der Mixtur ertönte ein Klagen und Stöhnen, ehe es einen lauten Knall gab und ein seltsam aussehendes Tier mit Schlangen artigem Körper und Katzen ähnlichem Kopf heraussprang, um im See unterzutauchen. Im Laufe der Zeit legte das „Monster“ gewaltig an Größe zu und sorgte für Schrecken bei den Anwohnern des Storsjoen. Fast 500 Personen behaupten, es seither gesehen zu haben. Doch ähnlich wie beim Pendant im schottischen Loch Ness gibt es keinen gesicherten Beweis für die Existenz des vermeintlichen Sauriers.

Magnus Cedergrens Antrag wurde von Jaemtlands Gericht mit folgender Begründung abgelehnt: „Es ist verboten, Tier der Spezies 'Jaemtland Monster' zu töten, verletzen oder einzufangen. “ Ebenso untersagt ist es, „Eier, Laich oder Wurf des 'Monsters' wegzunehmen oder zu verletzen“. Ombudsmann Berggren lässt nun prüfen, ob der Schutzstatus rechtlich aufrechterhalten werden kann. Wenn nicht, muss Magnus Cedergren recht gegeben werden, der „Monsterbabys“ züchten möchte, um den Tourismus in der mittelschwedischen Provinz anzukurbeln.

Text: www.canis.info , 04.05.04, nach Tommy Grandell, Associated Press, 04.05.04

 

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