|
||||
GEVATTER BÄR OPFER DES AbärGLAUBENS
Die
Ahnen des Bären Der
Bär ist ein Vertreter der Unterordnung Landraubtiere (Fissipedia). Vor etwa 40 Millionen Jahren hatte er denselben
Stammvater wie der Hund, einen kleinen Fleischfresser, der in Baumwipfeln
lebte. Einige dieser Vulpavinen
genannten Tiere gingen zur Jagd am Boden über. Und fünf Millionen Jahre
danach kam es zur Aufspaltung in Hunde, Marder, Kleinbären und schließlich
Großbären. Die Familie der uns heute bekannten Bären (Ursidae)
nahm im Laufe der nächsten Jahrmillionen ihre Entwicklung, wobei der Eisbär
am spätesten, vor nur 250.000 Jahren, entstanden ist. Der Bär als Schutzgeist
mytische
isländische König
Hrolf wurde etwa von zwölf solchen unbesiegbaren Bärenkriegern beschützt.
Und auch der germanische Donnergott Thor
führte den Bären im Beinamen Björn.
Selbst der Name des legendären Britenherrschers Artus heißt in seiner altirischen Wortwurzel Bär Von der Antike bis zum Christentum Bereits
der trojanische Prinz Paris, der
später die schöne Helena entführte, soll von einer Bärin gesäugt
worden sein. Der griechische Göttervater Zeus zeugte mit der Nymphe Kallisto einen Sohn namens Arkas
(=Bär). Als seine Frau Hera davon erfuhr, verwandelte sie ihre
Nebenbuhlerin in eine Bärin, die kurz später bei der Jagd ums Leben kam.
Voller Gram setzte Zeus seine tote Geliebte als Sternbild in den Himmel.
Auch heute noch ist der Große Bär (ursa
major) hoch über uns zu sehen. Arkas folgte seiner Mutter bald nach
und blieb als ursa minor,
Kleiner Bär am Firmament. Außerdem gab er der Arktis ihren Namen.
Im alten Rom diente der Bär vielfach als Gladiator. Er wurde gegen Hunde,
Stiere, Elefanten, Nashörner oder Menschen in die Arena geschickt. Mit
Menschenfleisch fütterte Kaiser Valentinianus die zwei Braunbären Goldkrümchen und
Unschuld, die er in einem Käfig in seinem Zimmer hielt. Später
schenkte er ihnen aus Dank für die Belustigung sogar die Freiheit. In den
Legenden christlicher Heiliger wie Columban
oder Gallus taucht der Bär
immer als Diener oder Helfer auf. Die grausamen Kampfeinsätze blieben
aber auch im christlichen Abendland bestehen. AbärGlauben, Gefangenschaft, Spielzeug Im
christlichen Europa galt der Bär bereits früh als Statussymbol der
Oberschicht. König Heinrich III.
von England hielt sich 1251 an einer langen Kette in der Themse einen Eisbären,
der Bischof von Tournais 1399
einen Braunbären. Der russische Zar
Iwan der Schreckliche zeigte dem Bären ebenso großes Interesse wie
die Gründer der Stadt Bern. Die
Tiere wurden meist in Bärengruben-
oder Gräben gehalten. Stadt-
oder Burggräben boten sich dafür an. Der Aberglauben des Werbären
verbreitete sich ebenfalls. Im Gegensatz zum Werwolf soll dieses Geschöpf
gerade bei grellem Sonnenlicht aktiv werden. In Augsburg wurde 1551 ein
Bärwolf ausgestellt, der
sich später als Mandrill herausstellte. Meister Petz wurden magische Fähigkeiten
nachgesagt. So solle er während der Winterruhe in der Lage sein, aus
seinen Bärentatzen Nahrung zu saugen. Dieser Aberglauben ging als
Wortmetapher sich etwas aus dem Finger saugen in den Sprachgebrauch
ein. Damit wurde der breiten Masse allerdings im wahrsten Sinne des Wortes
ein Bär aufgebunden. Denn Bären putzen ihre Tatzen zwar oft, als
Futterspender dienen diese aber sicherlich nicht. Trotz aller Schauermähr
blieb dem Bären aber eine so gnadenlose Verfolgung wie dem Wolf glücklicherweise
erspart. In Wien wie anderswo in Europa stellten Bärenhatzen bis zum Ende
des 18. Jahrhundert aber eine traurige Realität dar. Die Redewendung
eine Hetz haben, im Sinne von belustigt sein, zeugt noch immer
von dieser traurigen Praxis. Kaiser Joseph II. machte mit Bärenkämpfen allerdings Schluß. Im II.
Weltkrieg kam ein gefangener syrischer Braunbär zu Berühmtheit. Voytek
war das Maskottchen einer polnischen Einheit in der berüchtigten Schlacht
von Monte Cassino, Italien. Unbeirrt streifte der Bär an vorderster
Front herum, ohne getroffen zu werden und sorgte im Lager für
Aufheiterung der Soldaten. 1902 hatte sich U.S.-Präsident Theodore
Teddy Roosevelt geweigert, einen extra für ihn angebundenen
Jungbären zu erschießen. Die Geschichte ging um die Welt. Ein Jahr später
nannte der Ladenbesitzer Morris
Michtom seinen als Schaufensterdekoration dienenden Stoffbären
"Teddy´s bear", 1907 ist in Kindergedichten bereits vom teddybear
die Rede. Und 1913 trat der Teddybär im Spielzeugkatalog der Firma
Steiff auch im deutschen Raum seinen Siegeszug an. ...ein
Bärendienst Der
Bär befriedigt in beiden extremen Ausformungen unsere innersten Wünsche.
Einerseits als unbändige Bestie, die
Nervenkitzel und Wunschdenken befriedigt, andererseits als
Kuscheltier, das Geborgenheit und Fürsorge |
||||
| Zurück | ||||