STARTSCHUß ZUM KOJOTENGEMETZEL IN UTAH

Am 14.Januar fielen die ersten Schüsse eines blutigen Mordsspektakels im US-Bundesstaat Utah, das unter dem beschönigenden Namen First Annual Predator Control Survey abgehalten wird. Dieses „Schützenfest“ bildete den Auftakt einer Serie ähnlicher Gemetzel, während derer die Teilnehmer bis Juni aufgefordert sind, so viele Kojoten wie nur möglich abzuknallen. Als Organisator fungiert eine Koalition verschiedener Jägergruppen, gesponsert wird das Ganze von Geschäftsleuten aus dem Uinta Basin, im Nordosten Utahs. 

Dem Jäger, der die meisten Kojotenohren- oder ruten vorlegt, winkt ein Preisgeld von $ 2.000,-, den Nächstplacierten Sachpreise.  

In Utah wie in vielen anderen US-Staaten werden Kojoten als Ungeziefer betrachtet und damit als „nicht geschützt“ gelistet. 

 

Daraus resultiert, daß Canis latrans das ganze Jahr über geschossen werden darf – und das ohne Jagdschein, Abschußgenehmigung oder Obergrenze. Ein ganz ähnliches Massaker kostet in Rawlins, Wyoming, jeden November Hunderten Kojoten das Leben. Der Tierschutzverein CANIS protestierte diesbezüglich bei der Botschaft der USA in Wien. Und auch diesmal fordern wir alle Tier- und Artenschutzfreunde auf, ihren Protest bei den betreffenden Stellen kundzutun.

Ganz abgesehen von der ethischen Blöße muß den Verantwortlichen ihre kontraproduktive Politik in Sachen Bestandskontrolle vor Augen geführt werden. Denn Folgendes gilt als wissenschaftlich erwiesen:

  • Verstärkter Jagddruck erhöht die Reproduktionsrate der Kojoten

  • Gleichzeitig steigt die Überlebensrate der Welpen, da weniger Konkurrenz und mehr Beute vorhanden ist

  • Kojotenfamilien wandern in Gegenden ab, in denen sie bisher nicht vorhanden waren

  • Summa summarum reduziert sich die Gesamtpopulation nicht, sondern steigt à la longue

Eine intelligente wie praktikable Lösung der angeblichen Gefährdung von Nutztieren durch Kojoten ist der Einsatz von Herdenschutzhunden. Professor Ray Coppinger vom Hampshire College in Amherst, Massachusetts, praktizierte dies seit Jahren erfolgreich – unter anderem in Utah selbst. Das wohl beste Argument für Politik und Wirtschaft liegt in der Ankündigung, die 2002 in Salt Lake City abgehaltenen Olympischen Winterspiele zu boykottieren. Makabererweise ist der Kojote ja neben Schwarzbär und Schneehase Maskottchen dieser Spiele.

 

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