DER KITFUCHS (Vulpes macrotis)

Patrick Kelly, Direktor der Schutzkommission für bedrohte Tierarten im kalifornischen San Joaquin Valley bezeichnet diese kleinwüchsige, grazile Fuchsart als „Balletttänzer unter den Hundeartigen

Vorkommen:  

Einst erstreckte sich der Wohnraum der Kitfüchse über die gesamte Weite der nordamerikanischen Westküste bis zu den Halbwüsten Mexikos. Heute bleibt das Verbreitungsgebiet auf wenige kleine Enklaven in Kalifornien beschränkt. Am bedeutendsten ist der Bestand im San Joaquin Valley zwischen Sacramento und Bakersfield. Aber auch hier sank die Population in den letzten Jahrzehnten rapide von mehreren Zehntausenden auf den gegenwärtigen Stand von geschätzten 5.000 Tieren.

Habitat:

Außerhalb der menschlichen Ansiedlungen leben die Kitfüchse in den trockenen Halbwüsten, innerhalb der Städte – wie etwa Bakersfield - eroberten sie die Hinterhöfe, Bahnanlagen, weitläufigen Lager- und Industriegelände genauso wie das Areal um den Flughafen. Bei Taft etablierte sich eine Kolonie rund um das Ölvorratslager der Marine. Ihre Überlebensstrategie heißt Adaption.

Verhaltensweisen:

Ihre Beute ist weitgefächert von Eichhörnchen über Vögel, Echsen, Amphibien, Insekten  und Beeren bis zu Abfällen und Essensresten in urbanen Zonen. Von einem Füchslein wird sogar eine besondere Vorliebe für Kuchen berichtet (siehe „Das Tier“ 5/97). Daneben sind Kitfüchse bekannt für ihre Sammelleidenschaft; alles, vom Golf- und Baseball bis zum Pinsel findet sich in ihren Verstecken, von denen sie mehrere anlegen und die sie an unterschiedlichen Tagen aufsuchen. Im Laufe seines Lebens soll es ein Kitfuchs auf bis zu 60 verschiedene „Wohnungen“ bringen; eine kluge Strategie, um für natürliche Feinde schwerer aufspürbar zu sein. Kitfuchspaare bleiben ihr Leben lang zusammen. Die Ranz setzt im Dezember/Januar ein, wobei die Tragzeit auf etwa 52 Tage hinläuft, nach denen vier bis fünf Welpen das Licht der Welt erblicken. Die Jungen sind aufgrund der zahlreichen Bedrohungen Schnellnister und noch im selben Spätsommer selbständig.

Aussehen:  

Adulte Kitfüchse bringen es auf ein Gewicht von drei Kilogramm, was sie leichter als die meisten Hauskatzen macht. Ihre Jungen wiegen gar nur 500 Gramm. Typisch sind die für Bewohner heißer Zonen charakteristischen übergroßen „Fledermausohren“ [vgl. Fennek], über die überschüssige Wärme abgegeben wird. Außerdem weisen sie behaarte Fußsohlen auf, die ihnen ein schnelles Fortbewegen im lockeren Sand ermöglichen. Hervorragend ausgebildet ist der Sehsinn der Tiere, was sie als exzellente Nachtjäger ausweist.

Feinde:

Außerhalb der Städte muß der Kitfuchs vor allem auf der Acht vor Kojoten, Adlern und anderen Greifvögeln sein. Hinzu kommt der zu Beginn des 20.Jahrhunderts von den Europäern importierte weit größere und stärkere Rotfuchs (Vulpes vulpes), von dem es einigen Individuen gelang, aus Pelzfarmen zu entkommen und den Lebensraum für sich zu erschließen. Im urbanen Raum heißen die Feinde streunende Hunde und Katzen.

Mensch als Bedrohung:

Der Mensch macht zwar nicht Jagd auf Kitfüchse, aber er gefährdet ihr Überleben anderwärtig genauso dramatisch.

  • Das Wuchern der Städte zerstört die natürlichen Habitate zusehends.
  • Der Ausbau des Straßennetzes zerschneidet die Lebensräume der Füchse, verhindert oft den genetischen Austausch und fordert zudem hohen Tribut durch überfahrene Tiere.
  • Straßenraupen planieren zudem oft die Höhlen der Tiere samt den Welpen.
  • Zivilisationsmüll wie Scherben, scharfe Metallteile oder Plastikschnüre führen nicht selten zu letalen Verletzungen.
  • Giftstoffe im Abfall dezimieren den Bestand weiter.

Das Überleben des Kitfuchses als Art kann langfristig nur gesichert werden, wenn der kontinuierlichen Verbauung seines Lebensraumes Einhalt geboten wird.

 

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