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"Sulimovs
Hunde": Schakalhybriden im Schutzdienst Heutzutage
ist die Gesellschaft tief besorgt über Sicherheitsfragen und über
die Flugsicherheit im Speziellen. Und dabei kommen die Menschen trotz
des technologischen Fortschritts noch nicht ohne die Hilfe von Hunden
aus, da es bisher keine Erfindung gibt, die den Geruchssinn des Hundes
zum Aufspüren von explosiven Substanzen oder Drogen ersetzen könnte.
Hunde sind auch unerlässlich, verschiedene Personen durch deren
ebenso verschiedene Gerüche zu unterscheiden. Um effizient arbeiten
zu können, braucht der Hund diesen exzellenten Geruchssinn sowie die
Fähigkeit des schnellen Lernens. Zu diesem Zwecke züchtete Klim
Sulimov vom D.S. Likhachev Institut für Kulturelles Erbe und
Umweltschutz als bisher einziger Husky-Schakal-Mischlinge.
Die
Wissenschafter mußten die für ihre Ziele best geeignetste Rasse auswählen:
Wir wählten arktische Hunde Huskies, die Rentierherden
bewachen, erklärte Sulimov. Nordische Hunde haben einen
besseren Geruchssinn als andere Hunderassen, da sie in der arktischen
Kälte strenge Bedingungen gewohnt sind. Viele Substanzen verflüchtigen
sich bei niedrigen Temperaturen nicht, deshalb ist der Geruchssinn schärfer.
Im Norden Russlands werden Huskies eingesetzt, um beim Grasen der
Rentiere zu helfen. Im
Gegensatz zu den Huskies haben etwa Jagdhunde wie Greyhounds,
Bluthunde oder Setter einen geschwächten Geruchssinn. Warum? Ist der
Geruchssinn eines Hundes zu scharf, befindet er sich nicht nur in der
Lage, eine frische Fährte zu lesen, sondern auch jene des vergangenen
Tages, was dazu führt, daß die beiden Gerüche den Hund verwirren.
Wenn der Hund erst anfangen muß, die verschiedenen Gerüche zu
differenzieren, verliert er Zeit, was dazu führt, daß er spezifische
Aufgaben wie z.B. Fangen der Beute nicht prompt erfüllen
kann. In Situationen wie diesen haben Hunde mit schwächerem
Geruchssinn einen Vorteil und bleiben heiß auf Fährte. Daher
verwenden Jäger solche Hunde gewöhnlich zur Zucht, während sie jene
mit zu starkem Geruchssinn aussondern. In der Regel wird diese
Selektionsmethode nicht bei Hirtenhunden angewandt, da die Menschen
die Tiere in ihrer Fähigkeit zu riechen nicht beeinträchtigen
wollen. Es
ist nicht einfach, Schakal und Hund zu kreuzen. Nur jene Tiere, die
vom Hund großgezogen werden, können zu dieser Kreuzung bewegt
werden. Hinzu kommt, daß die Paarungszeit der männlichen Schakale
nur sehr kurz währt. Die ersten Schakale zur Hybridisierung wurden
1975 von der Aufzuchtstation in Baku nach Moskau ausgeliefert. Vier
Welpen waren in eine Schuhschachtel gepfercht worden, sagt
Sulimov. Aber sie überlebten den Transport unbeschadet, wurden
erwachsen und zeugten Nachwuchs. Die daraus stammenden Welpen
wurden einer Rentierherden-Huskyhündin untergeschoben, die sie großzog.
Danach leiteten die Wissenschafter die Hybridisierung ein. Es
war ziemlich einfach, die männlichen Hunde mit weiblichen Schakalen
zu kreuzen. Das Umgekehrte erwies sich weit schwieriger, war aber
letztlich dennoch von Erfolg gekrönt zum ersten Mal weltweit. Die
Schakal-Hund-Mischlinge hatten einen außerordentlichen Geruchssinn,
aber es erwies sich als sehr schwierig, die Tiere zu trainieren. Um
diese Schwierigkeit zu überwinden, entschlossen sich die Forscher,
die Hybriden nochmals mit Hunden zu kreuzen. Das Ergebnis waren
Viertelblütler oder quadroons. Dieses Mal konnte der
angestrebte Erfolg erzielt werden: Die Tiere hatte sowohl einen
exzellenten Geruchssinn wie auch gute Lernfähigkeit. Die
Wissenschafter beschlossen, mit den Kreuzungen nicht fortzufahren; es
war wichtig, den Genpool durch Verpaarung der Quadronen untereinander
aufrecht zu erhalten.
Derzeit
arbeiten 25 Schakal-Hund-Mischlinge am Moskauer Sheremetevo Flughafen
sowie zehn weitere am Zentrum für Kriminologie. Am Flughafen hat
es sich als sehr angenehm erwiesen, diese Hybriden einzusetzen. Sie
sind klein und können in die engsten Stellen kriechen, wenn ein
Flugzeug vor dem Abflug untersucht wird. Zudem können sie leicht über
Stufen klettern und auf schmalen Vorsprüngen spazieren. Deutsche Schäferhunde
sind für diese Aufgaben nicht geeignet. Und vor allem helfen diese
Hybriden, Flughafendiebe zu fangen. Diese verwischen zwar ihre
Fingerabdrücke nachdem sie Gepäcksstücke geöffnet haben ihr
Geruch bleibt aber für die Hunde erhalten. Unsere Hunde sind
alle unterschiedlich. Ein Schlüssel paßt schließlich nicht in alle
Schlösser, sagt Sulimov. Einige Aufgaben benötigen
kleinere Hunde, andere größere oder schnellere. Wir wissen, daß ein
Hybride 20-30 Minuten effizient arbeiten kann, dann sollte er durch
einen frischen ersetzt werden. Der Schwanz
der als Zeichen der Huskyerbschaft gerollt ist zeigt
die Vitalität des Hundes an; hängt er hinunter, ist der Hund müde. Diese
einzigartigen Hybriden sind noch keine anerkannte Hunderasse, sie haben
nicht mal einen genehmigten Namen sie sind einfach nur als
Sulimovs Hunde bekannt. Das Manko keiner offiziellen
Registration hat den Luftfahrtssicherheitsdienst bisher davon
abgehalten, die Hybridhunde auf die Bilanzliste zu setzen, da alle
Instruktionen nur für Kriegshunde vom Typ Deutscher Schäfer
vorgesehen sind. Diese kontroverse Situation kompliziert die
Forschungsarbeit von Sulimov und Kollegen zwar beträchtlich, den
Hunden ist es aber egal, ob sie registriert sind oder nicht: Sie
arbeiten weiter daran, Menschenleben zu schützen. Übersetzung
eines Artikels von http://www.informnauka.ru/eng/2002/2002-05-07-02_088_e.htm
durch A. Willer, CANIS *** Das Copyright der Photos liegt bei informnauka
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