EU sagt Fuchsbandwurm den Kampf an   

Bislang gab es in der BRD etwa Hundert Todesfälle durch eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multicularis). Der Parasit vom Typus Hakenwurm setzt sich im Verdauungstrakt fest, von wo seine Larven in Leber, Lunge, Milz oder Nieren wandern und diese Organe sukzessive zerstören. Die Krankheit verläuft meist tödlich.

 

Der bekannteste Endwirt im Tierreich ist der Fuchs (daher der Name des Wurms), über dessen Kot die Eier in die Vegetation ausgeschieden werden. Im Regelfall geschieht die Übertragung des Parasiten auf den Menschen über den Genuß von kontaminierten Beeren oder Pilzen, die ahnungslos vom Waldspaziergang mitgebracht wurden. Aber auch Hunde oder Katzen können über verseuchte Zwischenwirte wie Mäuse bzw. durch Kontakt mit Fuchskot Endwirte werden. Noch gibt es keine Impfung gegen den letalen Echinococcus. 

Daher fördert die Europäische Kommission nun ein Forschungsprojekt, dessen Ziel es ist, Möglichkeiten zur Bekämpfung des Parasiten zu untersuchen. Eine Million Mark ist dieser Plan Brüssel Wert. Beteiligt an dem Vorhaben sind 15 Institutionen aus zehn EU-Staaten. Federführend dabei ist die Universität Ulm, die als Initiator des auf drei Jahre angelegten Programmes gilt.

Eine der noch offenen Fragen ist beispielsweise, warum Echinococcus multicularis sich in den vergangenen Jahren in einigen Gebieten geradezu rasant ausgebreitet hat, während er in anderen nur mäßig oder gar nicht vorhanden ist. Italien, die britischen Inseln, Norwegen, Schweden oder Finnland gelten als frei von Fuchsbandwürmern.

Offen bleibt nach Auskunft der Uni Ulm auch die Frage, wie genau die Infektion beim Menschen geschieht. Dabei sollen 120 Fuchsbandwurmpatienten interviewt werden (über ihre Verhaltensweisen, ob sie Haustiere haben oder häufig in der Natur sind, etc.?).

Im urbanen Gebiet wird das Hauptaugenmerk auf "Stadtfüchse" sowie auf streunende Hunde und Katzen gelegt, im ländlichen Raum kommen entwurmende Schluckimpfungen ähnlich wie gegen Tollwut zum Einsatz.

Bleibt zu hoffen, daß die Forscher bald fündig werden, um die Menschen von einer lästigen Geißel zu befreien, und die Füchse vor der verstärkten Hetzpropaganda vieler Grünröcke.

 

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