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ÄTHIOPISCHER
WOLF (Canis simensis) Aufgrund seiner rötlichen Färbung und des grazilen Äußeren hielten Zoologen den Äthiopischen Wolf lange Zeit für einen Fuchs (Simien Fox). Jüngste Untersuchungen der mitchondrialen DNS machten allerdings klar, daß es sich hier um einen engen Verwandten von Hund und Wolf handelt. Vorkommen: Canis simensis kommt weltweit nur in den Bale Bergen von Äthiopien vor. Dort, auf dem Sanetti Plateau, einer vulkanischen Tafel, die als Dach von Afrika bekannt ist, lebt die einzige afrikanische Wolfsart. Das Habitat besteht aus steilen Hängen und weiten Grasflächen; das Klima ist alpin. Bis zu einer Seehöhe von 3.700 Metern ist der Äthiopische Wolf anzutreffen. Unterhalb der 3000m-Grenze findet man ihn nicht. Wahrscheinlich lebt Canis simensis in dieser Gegend schon seit dem Pleistozän, als asiatische Wölfe über Landbrücken von Arabien her einwanderten. Nahrung: Der Äthiopische Wolf ist ein ausgesprochener Spezialist, dessen Nahrung fast nur aus den in der Hochebene zahlreich vorhandenen Nagetieren besteht. Bei Tagesbeginn sieht man die Wölfe meist einzelnen im Zickzack nach den kleinen Nagern stöbern. Verhaltensweisen:
Aussehen:
Status: Heute ist der Äthiopische Wolf mit nur mehr 400 Individuen der bedrohteste Canide der Welt. Dabei lebte er über Jahrhunderte unbehelligt in Nachbarschaft des Hirtenvolkes der Oromo. Als diese vor wenigen Jahrzehnten begannen, ihre Herden zu vergrößern, drangen sie immer dichter ins Stammland des Wolfes vor und samt ihnen ihre sogenannten Village Dogs, Hunde zum Schutz der Rinder, die ein fast wildes Leben führen. Damit nahm das Unglück seinen Lauf. Durch Hunde übertragene Krankheiten wie Tollwut oder Staupe rafften viele Äthiopische Wölfe dahin. -) Durch Vermischung von Hunden mit Wolfsfähen stirbt der Canis simensis genetisch sukzessive aus. -) Das immer weitere Vordringen der Hirten zerstört seine ursprünglichen Habitate. -) Hinzu kamen Dürreperioden bzw. 1991/92 ein politischer Umsturz, bei dem bewaffnete Einheiten im Bale Nationalpark wilderten. Schutzmaßnahmen:
und der britischen Tierschutzorganisation Born Free Foundation (BFF) wurde ein Rettungsplan erstellt, der folgendes beinhaltet: -) Impfung des Canis simensis gegen Caniden-typische Infektionskrankheiten -) Kastration von Wolf-Hund-Hybriden, um den Genpool zu schützen. -) Gehegezuchtprogramm für reinrassige Wölfe -) Aufklärungskampagne für die Oromo Gemeinsam mit Alison Hood, Projektleiterin der BFF, schrieb er ein Kinderbuch mit dem Titel The Wolf Watchers (*), das sogar ins Oromo übersetzt wurde. Eine weitere Übersetzung ins Amhara, der Hauptsprache des Landes, steht auf dem Programm. (*)
ISBN: 1-898784-71-X, Templar Publishing Wie
kann man selbst helfen?: Adoptieren Sie symbolisch einen Äthiopischen Wolf! Mit ihrem Geldbetrag unterstützen Sie die Rettungsmaßnahmen für einen einzigartigen Caniden. Informationen
unter: http://www.bornfree.org.uk/wolf10.htm P.S.: "Geographical", das Magazin der renommierten britischen Royal Geographic Society, widmete dem Äthiopischen Wolf im Mai 1998 sogar die Titelgeschichte. | ||||||||||