WÖLFE: „BLITZKRIEG-THEORIE“ NICHT HALTBAR

Elche haben ein Problem, wenn Beutegreifer wie Bär, Luchs oder Wolf in ihren Lebensraum einwandern. Denn durch die jahrzehntelange Abwesenheit ihrer natürlichen Feinde haben es die Beutetiere verlernt, auf Gefahrenzeichen wie Wolfsgeheul oder –urin adäquat zu reagieren. Anhänger der sogenannten „Blitzkrieg-Theorie“ behaupten, daß dieser Art Elch, Hirsch oder andere Beute durch die Predatoren innerhalb kürzester Zeit ausgerottet wird.  

Wie das Wissenschaftsmagazin Science im Februar 2001 berichtet, ist diese Angst unbegründet. Studien an Elchen im Yellowstone Nationalpark (USA) und in Skandinavien, wo Wölfe nach 50jähriger Abstinenz wieder auftauchten, belegen, daß ererbtes Wissen nicht verloren geht. Elchmütter nehmen nämlich sehr rasch – nachdem ihre ersten Kälber geschlagen worden waren –  das Verhalten von Elchen an, die ständig der Bedrohung von Raubtieren ausgesetzt sind: sie gehen in 

Abwehrhaltung und verteidigen den Nachwuchs. Damit ist die Theorie vom vernichtenden „Blitzkrieg“ von Wolf und Co. nicht mehr haltbar. Gegner einer natürlichen Wiedereinbürgerung von Isegrim verlieren somit eines ihrer stärksten Argumente.

 Quelle : Der Standard, 10/11.02.01

 

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