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AFRIKANISCHER
WILDHUND (Lycaon pictus)
Das
gebräuchlichste Synonym lautet Hyänenhund, an der Südspitze
Afrikas kennt man den farbenprächtigen Caniden auch unter Cape
hunting dog. Der lateinische Artname steht für bemalter Hund,
was auf die charakteristische gefleckte Fellzeichnung zurückzuführen
ist, die jeden Lycaon einzigartig werden läßt (vergleichbar dem
individuellen Streifenmuster von Zebras).
Vorkommen:
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Über
Jahrzehntausende streifte der Afrikanische Wildhund durch fast alle
Gebiete des Kontinents südlich der Sahara (Ausnahme Dschungel). Während
des letzten Jahrhunderts wurde er von Viehzüchtern an den Rand der
Ausrottung getrieben. Nur mehr 5.000 Lycaons leben auf wenige
Territorien in Kenia, Tanzania, Simbabwe, die Republik Südafrika
bzw. im Westen,
in Senegal, verteilt. Bis zum Ende der 1970er
setzten ihm sogar Wächter von Nationalparks nach. Der äußerst
soziale Wildhund war Opfer einer massiven Greuelpropaganda geworden.
Als Habitat schätzt
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er flache Savannen und Halbwüsten, kommt aber
ebenso in Bergregionen bis 3.000 Meter Seehöhe zurecht.
Jagdverhalten:
Viel
zur Verfolgung des Afrikanischen Wildhundes trug sein Jagdverhalten
bei, durch das ihn die weißen Siedler als Bestie verachteten.
Dabei hetzt der Lycaon seine Beute (meist Gazellenarten wie Impala
oder Thomson) im Rudel und reißt dem
fliehenden Opfer die Bauchseite auf, wodurch es noch im Lauf
entweidet wird. Einmal zu Boden gebracht, wird das Beutetier sofort
zerrissen und verspeist. Eine in unseren Augen sehr brutale
Jagdtaktik, die aber einem evolutionären Zwang folgt, denn der
Afrikanische Wildhund verfügt im Unterschied zu Freßkonkurrenten
wie Leopard, Löwe oder Hyäne weder über deren Gewicht, noch
Kieferstärke. Und auch das sofortige Zerreißen und Verspeisen des
Opfers macht Sinn. So verhindert der Lycaon den Mundraub durch
Kleptoparasiten wie die Tüpfelhyäne. Erstaunlich erscheint, daß
der Afrikanische Wildhund kein Aasfresser ist, egal wie jung der
Kadaver sein mag. Sein Jagderfolg variiert von Habitat zu Habitat. Während
er im Ngorongoro-Krater (Tanzania) von 28 Versuchen erfolgreich ist,
gelingen ihm in der Serengeti nur 39 von 91.
Ist
die Rudelstärke ausreichend groß, wagt der Lycaon auch Angriffe
auf kranke oder altersschwache größere Tiere wie Gnus oder Zebras,
vor deren oft tödlichen Tritten allerdings höchste Vorsicht
geboten ist. Das Aussuchen der Beute ist ein ritualisierter Prozeß.
Vor der Hetze geben die Hunde vogelartige Laute von sich und
festigen ihr Sozialgefüge durch gegenseitige Liebkosungen. Danach
signalisieren die Leittiere den Angriff. Zuerst werden
Scheinattacken auf die Gazellenherden durchgeführt, ehe sich die
Jagd auf ein ganz bestimmtes Exemplar beschränkt. Als letzte am Riß
dürfen untergeordnete Adulte fressen, was vielfach dazu führt, daß
diese Rudelmitglieder als erste die Beute zur Strecke bringen, um
genug abzubekommen, ehe die ranghohen Wildhunde ankommen; ebenfalls
eine interessante Strategie. Bemerkenswert ist der hohe soziale
Zusammenhang im Rudel. Verletzte oder kranke Mitglieder, die sich
nicht an der Jagd beteiligen konnten, werden durch Heraufwürgen
vorverdauter Nahrung mitversorgt, ebenso säugende Mütter, die bei
der Wurfhöhle bleiben mußten und in aller erster Linie natürlich
die Welpen.
Aussehen
und Verhaltensweisen:
Kennzeichnend
für den Afrikanischen Wildhund ist sein gelb/weiß/braun/schwarz
geschecktes Fell samt weißer Schwanzspitze. Die Kopf-Rumpf-Länge
liegt je nach regionaler Varietät zwischen 80 cm und 110 cm, das
Gewicht zwischen 17 und 36 kg. Die körperlich stärkste Unterart
lebt in Südafrika. Im Unterschied zu anderen Caniden hat der Lycaon
pictus an allen Pfoten nur vier Zehen, dafür eine Zitzenzahl von
12-16 statt 8-10. Er kann auf ein Maximum von drei Kilometern eine
Spitzengeschwindigkeit von 65 km/h halten. Den größten Teil des
Tages ruht der Afrikanische Wildhund. Seine Hauptaktivität liegt im
Morgengrauen bzw. vor der Dämmerung. Wildhundpaare bleiben meist
monogam. Vermehren darf sich in der Regel nur das Alphaweibchen, das
den Nachwuchs anderer Fähen tötet, was diese aber nicht hindert,
ihrerseits die Welpen ihrer Widersacherin mitzuversorgen. Nach einer
Tragzeit von 69-72 Tagen kommen im Durchschnitt sieben Junge zur
Welt. Meist werden sie in verlassenen Erdferkelhöhlen aufgezogen.
Drei Monate lang erhalten die Welpen Muttermilch, ab der zweiten
Woche auch feste Nahrung. Nach sechs Monaten schließen sie sich der
Nachwuchs dem Rudel an, um die Jagd zu erlernen. Mit einem Jahr sind
die Jungtiere fast ausgewachsen.
Einzigartig
unter den Caniden ist auch das Fehlen von Rangkämpfen innerhalb des
Rudels. Dominanz wird nicht durch Aggression, sondern durch
Understatement gezeigt.
Nicht
uninteressant sind Beobachtungen, die zeigen, daß einzelne Hyänen
oft mitten unter den Wildhunden auf Suche nach deren Kot gehen, der
eine Delikatesse sein dürfte.
Status:
Der
Afrikanische Wildhund ist akut vom Aussterben bedroht! Seine
Populationsgesamtgröße hat bereits den kritischen Schwellenwert
der Arterhaltung unterschritten.
Die
Gründe sind mannigfacher Weise:
Rücksichtslose Verfolgung durch den Menschen
Durch Hunde übertragene Infektionskrankheiten
Hohe Nahrungskonkurrenz, insbesondere zu Tüpfelhyänen
Zerstörung natürlicher Habitate durch Agrarisierung (z.B.
schneidet in Botswana der
weitläufige Buffalo Fence, ein Schutzzaun für Rinder, die
Wanderrouten des Lycaon ab)
...und damit verbunden genetische Verengung
Schutzprojekte:
Hluhluwe-Umfolozi Reservat in der Republik Südafrika
(Provinz Natal)
Serengeti, Tanzania
Niokolo-Koba Nationalpark in Senegal. Dort leistet Claudio
Sillero-Zubiri wichtige Arbeit.
Kontakt
und Spenden:
Licaone
Fund, Via Manzoni 64, I-19121 La Spezia, Italien, Fax: +39-187-24487
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